Mittwoch war ja bekanntlich der erste April, der Tag der Späße und Veräppelungen. Bei uns in der Abteilung wurde der Tag natürlich nicht gewürdigt, wobei es sich geradezu angeboten hätte, haben wir doch ne Klingel am Lab.
Naja, einmal hab ich Viktor laufen lassen - nachdem ich mal wieder gerade von der Toilette zurück kam, drückte ich draußen spaßeshalber auf die Klingel. Als mir also Viktor entgegen kommt, um die Tür zu öffnen: "April, April!"
Er: "Was sollte des jetzt?"
Hmmmm...auch ne Antwort!
Nunja...aber dann wurde es mal wieder Abend und während Viktor beim Poker spielen war und ich gemütlich Zwiebel-Kartoffelsuppe gekocht hatte, die ich gerade vor dem Fernseher reinspachteln wollte, hör ich plötzlich ne Frauenstimme von draußen:
"Help, Help"
Na spitze, als Deutscher kann man sowas ja nicht einfach ignorieren, weswegen ich mir kurz was überzog und rausschaute. Der Typ links von uns aus Zimmer 215 öffnete im selben Moment seine Tür und fragte mich, ob ich auch was gehört hätte.
Ich nur mit dem Kopf genickt und zum Zimmer rechts von uns rübergegangen, wo von innen ein mordstohuwabohu zu hören war. Am Ende des Ganges gesellte sich gerade noch ein Inder zu den Schaulustigen, als ich also an die Tür von Zimmer 219 klopfte.
Die Tür öffnet sich und ne hysterische Frau steht vor mir, die mich sofort am T-Shirt packt und versucht ins Zimmer zu ziehen. Da neben ihr ein tätowierter Typ steht, der mir nicht mehr so den fitten Eindruck macht und ich außerdem erstmal völlig perplex war, hab ich mich aus ihrem Griff befreit und mich an der Tür postiert. Da fängt die Alte zu brüllen an: "He's a drug addict! Help me...i need his pills!"
Okay, so läuft also der Hase. Hatten wir somit den Grund, wieso der Typ aussah wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Ich also auf den Kerl zugegangen und es erst mal auf die Nico-Tour versucht: Also erst mal höflich bleiben: "Ey man, what's up?" - "Nothing"
Na was hatte ich auch erwartet? Dass er mir Shakespeare rezitiert in seinem Zustand?
Da fängt die Frau wieder an rumzubrüllen. Ich soll ihr helfen wo ich doch stärker sei als sie. Er sei drogensüchtig und hätte schonmal eine Frau vergewaltigt...
Hä, wo bin ich hier nur gelandet???
Als sie plötzlich anfängt, an seiner Hosentasche rumzuziehen, wo wohl die Pillen drin sind, rennt er an mir vorbei. Sie zieht nach und zerreißt ihm auf dem Gang noch sein Shirt, während ich nur dumm aus der Wäsche gugge und nach der versteckten Kamera Ausschau halte.
Ne Kamera kann ich aber nirgends entdecken und auch die beiden anderen Typen, die vorhin noch mit mir auf dem Gang draußen standen, sind wie zufällig verschwunden.
Da meine neue Nachbarin draußen rumschreit wie verrückt, schalte ich also endlich und laufe hinterher. Draußen angekommen, seh ich den Kerl gerade noch von hinten stiften gehen, woraufhin sie mich anfleht, ihn einzufangen, wo er doch ein verdammter Drogensüchtiger sei.
Also gut also, können wir ja mal schauen, was das ganze Kardiotraining die letzten Wochen so gebracht hat: Ich also meine Flip Flops ausgezogen, was im Nachhinein betrachtet gar nicht nötig war, und mal kurz hinterher gesprintet. Nach nicht mal 5 Sekunden geht ihm die Luft aus, worauf ich ihn an beiden Armen festhalte und schon überlege ihm ne Kopfnuss mitzugeben. Da er aber trotz Tätowierungen in ungefähr so harmlos war wie ne Fruchtfliege, hab ichs lieber gelassen und es nochmal auf die Höfliche probiert: "Man, show me what's in your pocket". In dem Moment kommt seine Freundin, oder wer auch immer die Frau war, und zieht ihm die Pillendose aus der Tasche, woraufhin wir den Kerl springen lassen...
Auf dem Weg zurück zum Appartement, hat sie sich noch tausendmal bedankt und mir irgendwas von Vergewaltigung und Drogendealern erzählt, die hinter ihm her wären, weswegen sie ihn versteckt hält. Naja, solange die nix von mir wollen...
Okay, ich also wieder hoch in unsere Unterkunft, wo ich endlich meine wohlverdiente Suppe schlürfen wollte, als es an der Tür klopft. Dolle Wurst, kommen jetzt die Drogendealer? Ich kaufe nix! Naja, besser abwarten, was sie anzubieten haben.
Tür auf:
Es ist der Typ links von uns, der mich fragt, wo ich denn plötzlich abgeblieben sei. Gerade als ich ihm die selbe Frage stellen wollte, erklärt er mir, dass er am Frontdesk angerufen hätte. Aha, soso...
Ob mit mir alles in Ordnung sei. Er sei übrigens Richard.
Grüß dich! "Nice to meet you". Dann gesellt sich auch der Inder, nennen wir ihn Rachnit, weil ich seinen Namen selbst nach erneutem Nachfragen nicht verstanden hatte, zu uns.
Und zu guter Letzt kommt uns auch noch die Managerin unseres Hotels entgegen, die sich gleich tausendmal entschuldigt. Da stehen wir also, ein illustrer Haufen, zwei Ausländer, ein Schwarzer und ne Managerin...wie der Anfang eines schlechten Witzes :o)
Aber in Wirklichkeit isses ja das Ende eines schlechten Witzes...
Nachdem wir also noch ein bisschen über das Ereignis gefachsimpelt und die Managerin uns angehalten hatte sofort den Frontdesk anzurufen, wenns irgendwelche Probleme gibt, sind wir also alle wieder von Dannen gezogen. Und ich endlich zu meiner wohlverdienten Suppe...
Sonntag, 5. April 2009
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Woaaah CSI Crime Scene Texas....
AntwortenLöschenWird Special Agent Nico Blonner den Drogendealer schnappen, bevor ihn das USA Junkfood endgültig zu einem Schwabbelmonster macht?