Mittwoch, 15. April 2009

Sonne, Strand und gute Laune....

Sodele, wie versprochen kommt hier noch ein Update zu South Padre. Dies wird wohl mein letzter Post hier werden, da wir morgen um 11 Uhr auschecken müssen.
Dann werd ich nochmal ne Shoppingtour unternehmen, weil ich der Sonne fern bleiben muss, wie ihr nachher noch sehen werdet und gegen Abends steht noch ne neuneinhalb stündige Autofahrt nach Dallas an, von wo aus ich nach Hause fliegen werde am Freitag Mittag um 12 Uhr.

South Padre Island war also noch der krönende Abschluss eines ziemlich langen, teils langweiligen, teils aufregenden USA-Aufenthaltes. Wären Viktor und ich nicht an verschiedenen Enden eines Interessenstranges und zudem komplett unterschiedliche Menschen, wär das hier sicher die megageilste Party meines Lebens geworden. So ist es halt ne Erfahrung...die ich nicht unbedingt missen möchte, in dieser Art aber auch nicht wiederholen würde. ;-)

Jetzt aber zu den letzten Tagen in South Padre:
Wie bereits erwähnt, hab ich Sonntag morgen am Strand verbracht. Während ich also auf den Sonnenaufgang wartete, kam erst mal Daniel vorbei. Daniel ist Communications Student aus Texas (die Stadt hab ich vergessen), ist über Ostern hier gewesen, war leicht betrunken und sprach mich an, weil er augenscheinlich ein Feuerzeug brauchte. Tja, ich sags ja, als Raucher macht man halt schneller Bekanntschaften. Ich hatte aber keins bei mir, weil ich ja seit Austin wieder mit dem Rauchen aufgehört hatte.
Nun gut, das störte Daniel aber nicht. So fragte er mich, was ich alleine hier draußen machen würde und ob er sich auf mein Handtuch setzen dürfte. Hab ich ihm halt von meinem ersten Mal am Meer erzählt und dass ich auf den Sonnenaufgang warte. Während er sich also neben mich setzt, fängt er auch gleich an, mich anzubaggern - er sei nämlich bisexuell.
Ich fass es nicht. So langsam macht es mir echt Angst. Liegts an der Frisur?
Ich hab ihm dann erst mal klar gemacht, dass ich as straight as a street sei. Keine Ahnung, was mich zu der Aussage verleiten ließ, wo doch jeder weiß, dass ne Straße auch Kurven hat. Wie gesagt, macht es mir langsam selbst Angst. Vielleicht sollt ich mit 30 Jahren also doch langsam mein Coming out feiern :o)
Er hats dann aber trotzdem nicht bleiben lassen können und mir ne Massage angeboten, wo ich doch so verspannt sei. Natürlich bin ich verspannt und ne Massage hätt ich sofort angenommen, wenn Du ne vollbusige Brünette wärst.

Naja haben dann halt noch ein bisschen geplauscht, bis er irgendwann eingesehen hatte, dass er zu betrunken, ich zu hetero und die Nacht zu kalt war...

Keine 30 Minuten später tauchten dann drei Halbstarke auf, die schnurstracks auf mich zuliefen. Na spitze, dacht ich mir, jetzt gibts wohl gleich noch Ärger. Als sie vor mir stehen, streckt einer der dreien mir die Hand entgegen und fragt mich, was so läuft und ob noch andere Leute in der Nähe seien. Ich streck ihm die meine hin und erwidere, dass da hinten noch Leute am Feiern seien, worauf die drei sich vom Acker machen. Keine Ahnung, was das sollte....

Der Sonnenaufgang wurde leider von einem bewölkten Himmel überschattet, aber trotzdem war es traumhaft schön.

Sonnenaufgang vor South Padre Island

Jetzt hieß es noch, die Stunden rumzubringen bis wir uns endlich um 15 Uhr im Hotel einchecken konnten. Also haben wir erst mal die Insel erkundet, weil das Wetter ziemlich diesig war. Da die nächsten Tage Party angesagt sein würde, hab ich mich im lokalen Einkaufsladen erst mal mit nem Sixpack und...
...ner Schachtel Kippen eingedeckt. Tja...bin nun mal ein Suchtmensch und zu nem Bierchen gehört ne anständige Kippe und umgekehrt! Und falls Daniel das nächste Mal meinen Weg kreuzt, kann ich ihm zumindest Feuer anbieten.


Mittags klarte dann jedoch der Himmel auf und von da an hieß es: Am Strand in der Sonne liegen ...




Strandimpressionen

und bräunen was das Zeug hält!


Tja, da war ich noch braun...

Tja, leider hab ich es die Tage dermaßen übertrieben, dass ich abends immer voll am Sack war. Heute abend wollte ich dann endlich mal in das Nachtleben von South Padre eintauchen, aber nachdem ich nach dem Duschen vor den Spiegel stand und sich mir folgendes Bild bot, bleib ich bis auf weiteres erst mal in meinen vier Wänden.

... da nicht mehr! *heul*

Das schmerzt kann ich Euch sagen. Hatte in meinem Leben noch nie so nen Sonnenbrand. Seh aus wie Nicky Lauda. Hoffentlich bleibt das nicht so, sonst hab ich ein Megaproblem.

So, das wars nun also aus dem schönen großen Texas. Wie gesagt, hab ich viel erlebt hier, hab einiges fürs Leben mitgenommen und mich persönlich weiterentwickelt. Toll, wenn man sowas von sich behaupten kann, nicht? Inwieweit dies jedoch alles so positiv bewertet werden kann, sei dahin gestellt.

Samstag morgen um 9 Uhr deutscher Zeit werde ich also in Stuttgart landen und dann erst mal ins Kade fahren, wo ich meine Koffer ins Eck werfen, ein Bierchen exen und mich dann mit all denen, die dabei sein wollen, auf den Wasen begeben werde...

Nach drei Monaten wieder richtiges Bier zu mir nehmen. Das kann bedeuteten, dass ich bereits zwei Stunden später entweder unter dem Tisch liege oder schon wieder zu Hause bin. Wer also ne lange Partynacht mit mir erwartet, sollte besser gleich zu Hause bleiben, da es sein kann, dass er derbe enttäuscht wird...

In diesem Sinne. Ich freu mich auf Samstag, auf Deutschland, auf meine Familie und auf all jene, die sich meine Kumpels und Freunde schimpfen und die auch mich vermisst haben. Denn eins kann ich Euch sagen: "Euch hab ich allemal vermisst!"

Habe die Ehre, wie mein bester Freund zu sagen pflegt ;-)

Sonntag, 12. April 2009

Happy Easter from South Padre

Ich wünsch Euch allen frohe Ostern aus South Padre und ein ganz besonderer Gruß geht an die ebenso bezaubernde wie geistreiche Katharina Renz, die heute ihren 23. Geburtstag feiert.

Ich bin mittlerweile seit über 38 Stunden wach und sitze gerade bei uns im Hotel auf dem Balkon. Das Zimmer ist wirklich riesig und luxuriös. Es ist einfach traumhaft hier. Wie einige von Euch ja bereits wissen, ist dies mein bisher erstes Mal am Meer und es hat mich einfach nur verzaubert.

Als wir Sonntag Nacht um halb vier hier angekommen sind, habe ich nach der ersten Besichtigungstour erst einmal meine Badehose geschnappt und bin ab ins Meer zum Schwimmen. Danach bin ich noch bis morgens am Strand gewesen und habe den Sonnenaufgang genossen.
Dabei hab ich noch Bekanntschaft mit den ein oder anderen obskuren Gestalten gemacht, aber darüber berichte ich Euch die Tage noch, da ich langsam aber sicher wirklich ins Bett sollte. Bilder gibts dann natürlich auch noch...

Gute Nacht Amerika...guten Morgen Deutschland...

Super Trooper

Ich sollte den ersten Teil der Fahrt übernehmen und so ließ ich es auf den nur von toten Tieren bevölkerten Highways so richtig krachen. Wollte mein falscher Ehrgeiz doch von mir, dass ich die 7,5h Fahrt in sechs Stunden schaffe.

Und wie ich also nach dreiviertel der Fahrt gerade wie die Blues Brothers mit knapp 100 Meilen in der Stunde über eine Anhöhe brettere, dass unsere Karre fast abhebt, sehe ich auf dem rechten Standstreifen plötzlich ein Auto...

SCHEISSE...DIE BULLEN...Voll in die Eisen!

Zu spät!
Ich seh nur noch im Rückspiegel, wie sich das Fahrzeug in Bewegung setzt und bunte Lichter auf dem Dach zu blinken beginnen. Tolle Wurst.
Da ich im Vorfeld schon damit gerechnet hatte, dass ich früher oder später von den Troopers angehalten werde, hab ich mich im Internet schonmal schlau gemacht, wie man sich in solch einer Situation richtig verhält.
Also sofort rechts rangefahren und die Hände aufs Lenkrad.

Verdammt, mein Führerschein ist noch im Geldbeutel. Die Bullen hier sehen es gar nicht gerne, wenn man ruckartige Bewegungen macht, besonders nicht, wenn sie die Hände der betreffenden Person nicht sehen. Also noch schnell mein Portmonee aus der Tasche gefischt, bevor der Trooper sich auf den Weg zu unserem Auto machte.

Klopf, klopf! Fenster auf, bitte! Aber klar doch...

Der nette dunkelhäutige Polizist, nennen wir ihn Officer Dan, weil er mich an den Polizisten aus "Eine schrecklich nette Familie" erinnerte, bedeutet mir mit einer Geste von Zeigefinger und Daumen, dass ich ein kleines bisschen zu schnell gefahren sei.

Puh, denke ich mir. Ein kleines bisschen - dann konnte ich also doch noch rechtzeitig abbremsen.
Ich sei 90 gefahren, wo nur 65 erlaubt seien. ARGH!!! Wie bitte? Hab ich sicher falsch verstanden. Ich bin raus. Die zocken mich jetzt ab. Und da ich kaum Bargeld bei mir habe, werden die mich wohl gleich noch mit aufs Revier schleppen.

Verdammte Sch....wie konnte ich nur? Naja, danach is man immer schlauer.

Ob er doch bitte meine Driver's Licence sehen dürfte.
Aber klar doch. Ich ihm gleich klar gemacht, dass das ein deutscher Führerschein ist, so wie ich es im Internet gelesen hatte. Immer sofort Farbe bekennen, dass man nicht aus den Staaten ist.
Zulassung wollt er dann auch noch, wobei ich dann aussteigen musste, weil ich unseren Mietvertrag im Kofferraum hatte. Viktor wollte dann auch gleich mit aussteigen, wobei ich ihn vielleicht hätte vorwarnen sollen, dass das noch viel weniger gern gesehen wird. So musste er sich halt von Officer Dan anschnauzen lassen, sofort die Türe wieder zu schließen.
Draußen wurde ich dann gefragt, was ich so mache, woher ich komme und wo es jetzt hin gehen soll, worauf ich ihm halt erzählte, dass ich Student sei, gerade ein Praktikum bei Alcatel-Lucent in Plano beendet hätte und nun auf dem Weg in Urlaub nach South Padre sei.

Okay...dann solle ich mich bitte genau auf dieser Grasnabe platzieren, wo er mich vom Auto aus im Auge behalten könne, während er mein Ticket ausstellt.
Oh Gott. Ich arme Sau. Wieso immer mir? Was mach ich jetzt? hmmm...

Was tun, wenn man weiß, dass man Scheiße gebaut hat und nun bestraft wird: bedröppelt dreinschauen und einen auf Mitleid machen.

Also steh ich kurzärmelig auf der Grasnabe, während er das Ticket ausstellt und rubbele an meinen Armen rum und tue so, als ob ich mir den Arsch abfriere bei 25° C Außentemperatur. Dabei senke ich den Kopf und schau mitleidserregend auf meine Füße, immer mit Seitenblick auf Officer Dan - ob er mich auch beobachtet. Wie ich also meine Füße so anstarre, merke ich, dass ich ja Flip-Flops anhabe. Nico, du Vollidiot!!!

Du bist 40km/h zu schnell und fährst auch noch mit Flip-Flops in der Gegend rum. Mein Gott, du verdienst es echt nicht anders. In Deutschland wär der Führerschein nun längst weg, dann wird es hier wahrscheinlich noch ne Ecke härter.
Die buchten mich ein, sperren mich weg und werfen den Schlüssel in Gulli, während ich das Sexspielzeug von irgend nem Zwei-Meter-Knasti werde.
Ich hab doch fast ne Glatze. Sollt ich mir ein Hakenkreuz auf die Brust tätowieren und so im Knast Anschluss an die einheimische Nazigemeinde suchen? Ich hasse Nazis!!!
Verdammt, nimms wie ein Mann. Heul nicht rum du Pfeife! Argh...

Solche und noch viele weitere Gedanken schossen mir in den wenigen Minuten, während Officer Dan mein Ticket ausstellte, durch den Kopf.

Als er wieder zurück kommt, fragt er mich, wie mein Kollege heißt und stellt mir nochmals die selben Fragen wie zuvor. Nachdem ich ehrlich geantwortet hatte, geht er zu Viktor ans Auto und prüft mit den selben Fragen den Wahrheitsgehalt meiner Aussage.
Gut, dass Viktor vom Auto aus alles mitgehört hatte, so konnte er die gleichen Antworten auf Officer Dans Fragen geben.
Also wieder zurück zu mir. Er drückt mir das Ticket in die Hand und erzählt mir irgendwas von Verwarnung und South Padre, von Unfällen und dass ich vorsichtig fahren solle. VERWARNUNG??!!! Ich blende den ganzen Rest komplett aus und in meinem Kopf macht sich nur dieses eine Wort breit: Verwarnung!
Welch schönes, geliebtes, geheiligtes Wort. Eine Ode an die Verwarnung...

Ich wär Officer Dan in diesem Moment am liebsten um den Hals gefallen, aber das wäre dann doch zuviel des Guten gewesen. Ich mich also noch artig bedankt und ihm versichert, dass es mir eine Lehre gewesen sei. Also ab ins Auto, mussten wir doch South Padre diese Nacht noch erreichen...

Tja, aber das wars dann doch noch nicht ganz:
Wie ich also losfahre und mich lauthals mit Viktor darüber unterhalte, dass sowas in Deutschland nie im Leben so glimpflich abgelaufen wäre, werfe ich nach einiger Zeit einen Blick in den Rückspiegel und merke, dass von hinten plötzlich ein Auto rasant aufholt und sich an meine Fersen heftet.
Oh Gott! Wie der Anfang eines durchschnittlichen Horrorfilms: Mann wird von Polizei angehalten - Mann wird laufen gelassen - Mann wird gejagt und auf der Interstate 71 der Garaus gemacht. Alles schon dutzendmal gehabt.

Nach kurzer Zeit, überholt mich das State Troopers Auto dann aber und biegt rechts auf eine Seitenstraße ab und ward nicht mehr gesehen. Puh. Jetzt wirds aber Zeit, die Unterhosen zu wechseln...

Achso, bevor ichs vergesse. Hier ein Foto meines Tickets, nicht, dass ihr noch glaubt, der Nico verzapft hier nur Lötzinn:



Nachtrag: Wie ich beim Überfliegen des Tickets gerade gesehen hab, hatte es Officer Dan wohl mit den Augen, hat er doch glatt unser Nummernschild falsch abgepinselt. Wie die richtige Nummer lautet, verschweige ich mal dezent, nicht dass doch noch was nachträglich kommt... :o)

Kemah Boardwalk

Wie es scheint, haben die zwei warmen Bier am Vortag Wunder gewirkt. Ich hatte zumindest Samstag morgens beim Frühstück enormen Appetit. Dass das Frühstück jedoch keine halbe Stunde später den Eingang wieder als Ausgang genommen hat, lass ich mal unter den Tisch fallen. Im Verhältnis zum Vortag ging es mir nämlich schon um Meilen besser.

Heute würde also unsere Fahrt nach South Padre anstehen - immerhin 7,5h Fahrtzeit laut Google. Aber da wir uns im dortigen Hotel erst um 15 Uhr am nächsten Tag einchecken konnten, hieß es also noch Zeit tot schlagen in Houston. Das haben wir an einem wolkenverhangenen Nachmittag dann auch am Boardwalk von Kemah ganz in der Nähe von Houston gemacht. Nachdem wir eine Runde gedreht hatten und ich mir noch ein Bierchen genehmigt hatte, gings mir auch schon wieder beschissen und so verzog ich mich ins Auto, um mich autogen für South Padre zu heilen.
Aber hier ein paar Fotos von unserem Nachmittag:



Ja, wir waren da!

Auch die Kinder und der Jongleur hatten ihren Spaß


Der Jongleur war übrigens mehr damit beschäftigt seine Utensilien von A nach B nach C und wieder nach A zu transportieren als sie in die Luft zu werfen. Nachdem er dann auch einmal sein Talent unter Beweis gestellt hatte, wußten wir auch, dass das auch besser so war.

Tja und gegen abends um 20 Uhr sind wir dann also los...

Freitag, 10. April 2009

Houston - wir haben ein Problem

Okay, ich gebs ja zu: ziemlich abgedroschene Überschrift!
Aber seit gestern sind wir nunmal hier in Houston Texas und seit heute Nacht hab ich auch wirklich ein Problem! Aber dazu gleich mehr.

Gestern mussten wir ja erst mal unser "geliebtes" und "günstiges" "Apartment" im Homestead räumen. Wie wir also Unmengen an Koffern und Tüten ins Auto laden, dass wir schon fast ne Sondergenehmigung wegen Schwertransports einholen müssen, entdecke ich kurz vor Schluss doch tatsächlich den absoluten Hammer auf unserem Küchenschrank:

Die Pornosammlung des Vormieters

Da drehst doch durch. Hätte man echt mal früher finden müssen die Teile. Standen sicher nette und interessante Artikel drin. Hab die "Broschüren" dann aber wieder an ihren angestammten Platz zurückgelegt, damit der Mieter nach uns auch noch was davon hat.

Und dann ging die Fahrt auch schon los. Anfangs kamen wir ziemlich schnell voran, bis wir dann in Houston ankamen und erst mal ewig im Stau standen. Aber so hatten wir wenigstens Zeit, ein bisschen die Skyline zu genießen.


Nach knapp fünf Stunden trafen wir dann also in unserem Hotelzimmer ein, von dem ich noch immer keine Fotos gemacht habe, wie mir grad auffällt. Naja, gibt auch nicht viel zu fotografieren.
Und gegen 20 Uhr sind wir dann nochmal losgezogen, um die Innenstadt von Houston zu erkunden. Hätten wir mal besser stecken lassen. War der selbe Reinfall wie in Dallas. Downtown is zwar wirklich hübsch, aber die Leute fehlen halt. Habs aber trotzdem genossen und die Gerüche und Geräusche in mich aufgesogen.

Ohne Worte

Zurück im Hotelzimmer eröffnete mir Viktor dann, dass er noch ins Kino gehen werde, was mir gerade Recht kam, konnte ich so wenigstens splitternackt im Zimmer rumlaufen und unanständige Sachen im Pay-TV anschauen. Just kidding :)

Nunja, aber irgendwie muss ich des abends irgendwas schlechtes gegessen haben, weil ich nachts plötzlich aufwachte und mir nochmal alles durch den Kopf gehen lassen musste. Die restliche Nacht hab ich dann kaum ein Auge zugemacht, weils mir immer beschissener ging. Am Morgen hab ich dann Viktor gebeten ohne mich loszuziehen, damit ich mich im Bett auskurieren konnte.
Perfekt! So stellt man sich seinen ersten Urlaubstag natürlich vor: Im Bett rumliegen und ab und an die Schüssel aufsuchen. Aber das ganze hat einen spannenden Aspekt: Auf der Toilette gilt es immer zu erraten, wo es wohl als erstes rauskommen wird. Bisher konnte ich das immer gut einschätzen. Hoffe, dass das auch so bleibt. Lecker, was? *g*

Hab dann erst mal bis abends um 20 Uhr Schlaf nachgeholt und ein Süppchen gegessen. Gott sei dank, hab ich auch ein paar Arzneimittel aus Deutschland mitgenommen, die ich mir zwecks des Plazeboeffektes auch anständig reingepfiffen hab. Wie mir Grippostad und Aspirin gegen ne mögliche Lebensmittelvergiftung helfen sollen, kann ich aber auch nicht sagen. :o)
Dann fiel mir noch ein, dass ein warmes Bierchen ja gut für den Magen sein soll. Ich will morgen nach South Padre, deswegen hab ich aus einem zwei gemacht und beide mit Zucker gestreckt auf Ex runtergezogen. Den Würgereflex konnte ich die nächste halbe Stunde gekonnt ignorieren und so hoffe ich, dass des nachts die heilende Wirkung des Alkohols einsetzt. *g*

Aber jetzt mal Spaß beiseite: ich hab so langsam wirklich die Nase voll. Nach über 15 Jahren war ich hier das erste Mal wieder richtig krank, ich hab mir mein Knie geschrottet und nun lieg ich im Bett rum und hab Magenkrämpfe, weil ich irgendwas gegessen hab, das ich nicht vertrage. Ich?! Wo ich normalerweise nen Saumagen hab und seit Jahren nicht mehr kotzen musste.

Ich bin es einfach nicht gewohnt, dass mir mein Körper einen Strich durch die Rechnung macht, und das pisst mich mächtig an, das kann ich Euch sagen: MÄCHTIG!!! Wenn mir nun auch noch South Padre dadurch vermasselt wird, raste ich wirklich aus.

Aber ich werde die nächsten Tage am Strand liegen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Und wenn sich die ganze Welt gegen mich verschwört und Gott persönlich heruntersteigt und mich wie Hiob knechtet: ICH WERD AM STRAND LIEGEN!

Und wenn es das letzte ist, was ich in meinem Leben tue...

Shoppen und Sport

Ja, fangen beide mit S an und sind fast genauso schön wie das dritte S-Wort im Bunde, das auf ex endet. HASSO AUS!!! Böser Hund!

Sonntag, Montag und Dienstag hab ich also mein Versprechen wahr gemacht, nämlich, dass mich die lokalen Einkaufsmalls hier nicht zum letzten Mal gesehen haben.
So hab ich also nochmal jede große Einkaufspassage abgeklappert und ne Menge Kohle liegen lassen. Gleichzeitig aber auch ne Menge Klamotten eingepackt. Gleich soviel, dass ich mir ein zweites Kofferset beim Walmart um die Ecke kaufen musste, damit ich das alles nach Deutschland bringe. Gut, dass ich bei Delta Air Lines zwei Gepäckstücke bis 23kg aufgeben kann. :)

Panoramablick auf die Allen Premium Outlet Stores

Und dann standen ja auch noch ein paar sportliche Events an.
Der Montag sollte damit starten, dass wir vormittags schon frühzeitig die Firma verlassen mussten (oooh!!!), damit wir auch pünktlich zum Auftaktspiel der Texas Rangers gegen die Cleveland Indians kamen. Immerhin wollten wir nicht den ersten Pitch unseres geliebten George W. Bush verpassen. Good ole Georgie Boy wurde übrigens ziemich zwiespältig auf dem Diamond begrüßt.


Ballpark zu Arlington von außen und innen

Leider hatten wir nen superbeschissenen Platz auf der Tribüne hinter dem rechten Outfield, wo keine Sonne hinkam. Während wir uns also im wahrsten Sinne des Wortes den Hintern abfroren, saßen keine 20m weiter die Jungs und Mädels im Tank Top da.
Oh Gott, war das kalt. Zwischen dem dritten und vierten Inning drehte ich mal ne Runde außerhalb der Tribüne, nachdem ich von der Toilette kam und wäre beinahe erfroren, weil außerhalb ein halber Orkan gewütet hat. Und um mich rum lauter Texaner, die bei dem Wetter in kurzen Hosen und T-Shirt rumrannten.
Nochmal: Die spinnen, die Texaner!

Panoramablick auf den Diamond

Das Spiel war leider ziemlich einseitig. So einseitig, das wir sogar das Stadion vor Ende des 8. Innings verließen. Ich wußte ja, dass die Cleveland Indians am Anfang der Saison Anlaufschwierigkeiten haben, aber ne 9:1 Schlappe ist schon ziemlich übel. Und heute hab ich dann auch gelesen, dass Cleveland nen 3:0 Sweep einstecken musste. Naja, ich wünsch ihnen viel Erfolg in der weiteren Regular Season.


Blick aufs Infield von unserem Platz und von der anderen Seite

Da das Auftaktspiel schon am frühen Nachmittag startete und deshalb noch ein ganzer Tag vor uns lag, stattete ich danach erst mal dem Friseur einen Besuch ab. Diesmal bin ich zum Sport Clips, für das ich Anfang der Woche nen Coupon am Frontdesk unseres Hotels entdeckt hatte, so dass ich nur 10$ zahlen musste. Mehr hätte ich auch nicht ausgegeben, wo ich doch wußte, dass die gute Dame, die übrigens Tracy hieß und Cola Flaschen sammelt, nur den Rasierapparat bei mir schwingen müsste. Hätte ich nen richtigen Haarschnitt benötigt, hätte ich dem Personal dort aber beim besten Willen nicht über den Weg getraut. Wie man an der Homepage sieht, ist das Sport Clips eine Frieursaloon-Kette, die sich auf die Bedürfnisse männlicher Kunden spezialisiert hat. So kann man während der Wartezeit und dem eigentlichen Schneiden nebenher Sport schauen.

Hier werden die Wartezeiten versüßt: Sport Clips Friseur

Was es nicht alles gibt!
Tobi, das wär was für Dich. Eigentlich hatte ich mich auch auf leichtbekleidete und hübsche Damen gefreut, wo mir doch auf der Homepage der Mund wässrig gemacht wurde. Was ich vergas: Der Laden liegt natürlich in Plano, wodurch die Angestellten dementsprechend aussahen.

Gegen abends bin ich dann noch zum Stonebriar Center, wo ich eigentlich ne Cleveland Indians Kappe kaufen wollte, weil ich mittags beim Auftaktspiel ja nicht mal nen Fanartikelstand der Gegenmannschaft finden konnte. Aber auch dort hab ich leider nicht die Gewünschte entdecken können. Nachdem die Geschäfte schon geschlossen hatten und ich mich langsam auf den Heimweg machte, hörte ich doch tatsächlich Geräusche, als ob irgendwo ein Puck getrieben wurde. Und tatsächlich wurde es immer kälter, während ich langsam aber sicher die Quelle der Geräusche ausfindig machen konnte:

Eishockeyfeld im Stonebriar Center

Haben die tatschächlich ne Eishockeyfläche in dem Einkaufscenter...

Dienstag sollte dann mein Shoppingmarathon mit den Grapevine Mills zu Ende gehen, wo ich nochmal am meisten Geld liegen lies.

Obligatorische Modenschau nach dem Shoppen

Und am Mittwoch stand dann endlich unser letzter Arbeitstag an. Das Projekt hatten wir bis dato einigermaßen unter Dach und Fach, auch wenn es hie und da noch Probleme gab. Aber diese waren aus Zeitermangelung nicht mehr zu lösen, weswegen ich mich die letzten Tage schon zu 100% auf meinen Praxisbericht konzentriert hatte.
Am Mittwoch wollte ich den dann eigentlich zu Ende bringen, aber obwohl die Worte anfangs recht schnell zusammen waren, hakte es gegen Ende hin, wo ich dem Bericht noch den Feinschliff geben wollte. Und was tun, wenns hakt? Am besten alles, wo man noch was dazu schreiben oder Quellen zusammen suchen wollte, löschen! :o)
Bin dann trotzdem nicht fertig geworden und hab unserem Betreuer dann auch mittags mitgeteilt, dass ich ihm den Bericht im Laufe des Tages von zu Hause aus schicken werde.

Wir wollten nämlich den Schuppen nach dem Lunch verlassen, was wir dann auch getan haben, nachdem wir nochmal in großer Runde mit den meisten Kollegen beim Mittagessen waren. Leider konnten die für uns wichtigsten Personen nicht mit zum Lunch kommen, weil noch ne Besprechung durch unseren Abteilungsleiter anberaumt worden war. Genau an unserem Abschiedstag! Und unser Betreuer Don musste just an diesem Tag seine Reifen wechseln lassen. Das alles, obwohl wir die Tage zuvor schon angekündigt hatten, dass wir mit allen nochmal lunchen wollen. Naja, kann man nix machen.

Die Praxisphase ist also rum. Jetzt kann also endlich der spaßige Teil anfangen: Donnerstag nach Houston, wo wir nen zwei Tage Zwischenstopp einlegen werden, bevor es nach South Padre an Golf von Mexiko geht.

Aber halt: Mittwoch Abend sollte ja erst mal noch ein Basketballspiel anstehen. Die Dallas Mavericks gegen die Utah Jazz.

Die Halle vor Spielbeginn

Ich war vor Jahren mal Jazz Fan, bevor ich zu San Antonio wechselte, aber die letzten Jahre konnte ich leider die NBA nicht mehr verfolgen.
Seit vergangenen Mittwoch bin ich jedoch ziemlich von den Mavs angetan. Aber nicht wegen Dirk Nowitzky, der übrigens ein exzellentes Spiel ablieferte, sondern einerseits wegen Jason Kidd und andererseits hauptsächlich wegen J.J. Barea. Der kleine Kerl bahnt sich derart flink seinen Weg durch die gegnerische Defense, dass es eine reine Freude ist, dem Treiben zuzusehen...

Panoramablick auf die Halle

Die Stimmung war trotz des einfachen Spiels, dass die Mavs hatten, geradezu grandios. Es wurde mitgegröhlt und Lärm gemacht, obwohl schon zur Halbzeit so gut wie feststand, wer die Begegnung gewinnen würde.


Ob die Cheerleader wohl an der Stimmung Schuld waren?

Wie im Ballpark zu Arlington hätte ich mir auch hier, mehr Aktion und ein spannenderes Spiel gewünscht, aber schlussendlich war es trotzdem ein phänomenaler letzter Abend in Dallas und Plano.

Welch niederschmetternder Endstand für die Jazz

Morgen sollte es ja endlich losgehen nach Houston. Also noch einmal schlafen...

...aber halt...hatte ich doch glatt vergessen, meinen Praxisbericht noch fertig zu schreiben und meinem Betreuer zu schicken. Verdammt!
Also musste ich die Nacht bis 4 Uhr noch Überstunden einlegen, damit ich das Ganze endlich hinter mir hatte...aber nun wirklich: Noch einmal schlafen (wenn auch ziemlich kurz)...

Six Flags

Samstag, 04.04.09 und wir habens endlich auf die Reihe bekommen. Wir waren im Freizeitpark Six Flags. Juhuuuu...volles Programm. Von 10 Uhr morgens bis Abends um 21 Uhr. Und das auf meine alten Tage.
Aber klasse wars. Richtig klasse. Da ist der Europapark in Rust nur ne Kindergartenveranstaltung, gerade was das große Fahrgeschäft angeht.

Aber nu immer langsam...
...schön von vorne anfangen...

Nachdem uns das Wetter die vorherigen Wochen immer einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, sah es am Samstag schon besser aus. Morgens war es noch ziemlich kalt und bewölkt, aber so würden schon weniger Leute kommen und wir müssten nicht so lange Schlange stehen...so dachten wir zumindest.
Während wir also geschlottert haben vor Kälte, war der Park schon zur Öffnungzeit ziemlich gut gefüllt. Und ich sag Euch: Die Texaner haben nen Knall! Die rennen bei jedem Wetter mit kurzen Hosen und T-Shirt rum. Egal ob 40° oder 5° C. Der Wahnsinn. Und wir dachten, wir wären die Kälte von Deutschland her gewohnt...

Tja, wie wir also im Six Flags ankommen, müssen wir auch schon 15$ Parkplatzgebühren abdrücken, weil wir einmal falsch abgebogen und dann immer der Masse hinterhergefahren sind. Spitze! Naja, dafür hatten wir einen Coupon, mit dem wir nur den Kindertarif zahlen mussten und somit 19 $ pro Person sparen konnten. Gewußt wie?!

Und dann sind wir auch schon losgezogen. Immer der Karte nach, die man uns am Eingang in die Hand gedrückt hatte.


Nachdem wir beim ersten Fahrgeschäft, Tony Hawk's Big Spin, dann erst mal ne halbe Stunde anstehen mussten, ...


... wurden wir auch auch gleich darauf mit ner vierzigsekündigen Kinderfahrt enttäuscht. Wenn also alle Attraktionen so sind, dann pfiati Gott!
Also weiter zur nächsten Show: Mr. Freeze im Batman Themenbereich.
Ein Schild stimmte uns während einer weiteren halbstündigen Wartephase in ner eisig kalten Halle (der Name war also Programm) schonmal auf das vor uns Liegende ein:


An mir runtergugg: Ha...noch alles dran, dann kanns ja los gehen!
Und dann ging die Attraktion gerade mal 30 Sekunden. Aber diese 30 Sekunden hatten es in sich. Holla, die Waldfee. Zuerst wurden wir wie in einer Raketenbasis auf Kurs gebracht, ausgerichtet und aus der kalten Halle ins Freie senkrecht nach oben geschossen:

video

Der Hammer!!! Und so sollte es dann weitergehen. Ein Fahrgeschäft toppte das nächste. Gegen mittags wurde dann das Wetter auch noch traumhaft und die Wartezeiten hielten sich mit maximal 30 Minuten auch in Grenzen. So schafften wir es, beinahe alle Hauptattraktionen bis zum frühen Nachmittag mindestens einmal gefahren zu sein. Und dann ging das Licht aus, zweimal!

Beim ersten Mal wurde mir doch tatsächlich schwarz vor Augen, als ich mit dem Titan fuhr, einer 75m hohen Metallachterbahn. Der helle Wahnsinn! Hatte mich eh schon den ganzen Tag wie Jason Statham in Crank gefühlt, weil ich noch nix gegessen und auch nicht viel geschlafen hatte. So knackte ich immer wieder fast weg, holte mir wieder nen Adrenalinkick beim Fahren, pennte fast ein...Adrenalin...pennen...Kick...pennen...und warum? Nur für den Kick für den Augenblick?
Nunja, was der Titan nicht schaffte, hat zumindest das städtische Elektrizitätswerk erreicht: die Lichter gingen nachmittags um 15 Uhr aus, während wir uns beim Panda Express ne Chinapansche reinpfiffen!
Kein Strom mehr im gesamten Freizeitpark, somit waren alle Attraktionen still gelegt. Die Schaubuden dagegen liefen auf Notstrom und waren während der Blackout-Zeit ziemlich gut besucht. Wenn das mal nicht gefickt eingeschädelt war mit dem Stromausfall. Außerdem waren noch "mexikanische Wochen", was soviel hieß, als dass hier und da ein paar Bands auftraten und überall Low Rider zu bestaunen waren.


Gegen 18:30 Uhr gingen dann die Lichter wieder an, nachdem wir uns schon vorgenommen hatten, nun endgültig nach Hause zu gehen. Aber eine Attraktion hatten wir ja noch nicht und deshalb nahmen wir uns diese noch am Schluss vor: der Superman Tower of Power


video

Das sollte also mein erster Freefall Tower werden. War einsame spitze, kann ich Euch nur sagen!

Mit dem Six Flags Freizeitpark hatte ich also alles gesehen, was ich mir noch vorgenommen hatte. Somit konnte ich mich "gemütlich zurücklehnen" und die folgenden Tage genießen...

Fotostrecke:


Nostalgie: Unsere Freunde aus der Kindheit

Noch ein paar Attraktionen

Nasse Angelegenheit an der Wildwasserbahn

Zu guter letzt:

Pimp my Bobby Car

Sonntag, 5. April 2009

April, April?

Mittwoch war ja bekanntlich der erste April, der Tag der Späße und Veräppelungen. Bei uns in der Abteilung wurde der Tag natürlich nicht gewürdigt, wobei es sich geradezu angeboten hätte, haben wir doch ne Klingel am Lab.
Naja, einmal hab ich Viktor laufen lassen - nachdem ich mal wieder gerade von der Toilette zurück kam, drückte ich draußen spaßeshalber auf die Klingel. Als mir also Viktor entgegen kommt, um die Tür zu öffnen: "April, April!"
Er: "Was sollte des jetzt?"
Hmmmm...auch ne Antwort!

Nunja...aber dann wurde es mal wieder Abend und während Viktor beim Poker spielen war und ich gemütlich Zwiebel-Kartoffelsuppe gekocht hatte, die ich gerade vor dem Fernseher reinspachteln wollte, hör ich plötzlich ne Frauenstimme von draußen:
"Help, Help"
Na spitze, als Deutscher kann man sowas ja nicht einfach ignorieren, weswegen ich mir kurz was überzog und rausschaute. Der Typ links von uns aus Zimmer 215 öffnete im selben Moment seine Tür und fragte mich, ob ich auch was gehört hätte.
Ich nur mit dem Kopf genickt und zum Zimmer rechts von uns rübergegangen, wo von innen ein mordstohuwabohu zu hören war. Am Ende des Ganges gesellte sich gerade noch ein Inder zu den Schaulustigen, als ich also an die Tür von Zimmer 219 klopfte.

Die Tür öffnet sich und ne hysterische Frau steht vor mir, die mich sofort am T-Shirt packt und versucht ins Zimmer zu ziehen. Da neben ihr ein tätowierter Typ steht, der mir nicht mehr so den fitten Eindruck macht und ich außerdem erstmal völlig perplex war, hab ich mich aus ihrem Griff befreit und mich an der Tür postiert. Da fängt die Alte zu brüllen an: "He's a drug addict! Help me...i need his pills!"

Okay, so läuft also der Hase. Hatten wir somit den Grund, wieso der Typ aussah wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Ich also auf den Kerl zugegangen und es erst mal auf die Nico-Tour versucht: Also erst mal höflich bleiben: "Ey man, what's up?" - "Nothing"
Na was hatte ich auch erwartet? Dass er mir Shakespeare rezitiert in seinem Zustand?

Da fängt die Frau wieder an rumzubrüllen. Ich soll ihr helfen wo ich doch stärker sei als sie. Er sei drogensüchtig und hätte schonmal eine Frau vergewaltigt...
Hä, wo bin ich hier nur gelandet???

Als sie plötzlich anfängt, an seiner Hosentasche rumzuziehen, wo wohl die Pillen drin sind, rennt er an mir vorbei. Sie zieht nach und zerreißt ihm auf dem Gang noch sein Shirt, während ich nur dumm aus der Wäsche gugge und nach der versteckten Kamera Ausschau halte.
Ne Kamera kann ich aber nirgends entdecken und auch die beiden anderen Typen, die vorhin noch mit mir auf dem Gang draußen standen, sind wie zufällig verschwunden.
Da meine neue Nachbarin draußen rumschreit wie verrückt, schalte ich also endlich und laufe hinterher. Draußen angekommen, seh ich den Kerl gerade noch von hinten stiften gehen, woraufhin sie mich anfleht, ihn einzufangen, wo er doch ein verdammter Drogensüchtiger sei.

Also gut also, können wir ja mal schauen, was das ganze Kardiotraining die letzten Wochen so gebracht hat: Ich also meine Flip Flops ausgezogen, was im Nachhinein betrachtet gar nicht nötig war, und mal kurz hinterher gesprintet. Nach nicht mal 5 Sekunden geht ihm die Luft aus, worauf ich ihn an beiden Armen festhalte und schon überlege ihm ne Kopfnuss mitzugeben. Da er aber trotz Tätowierungen in ungefähr so harmlos war wie ne Fruchtfliege, hab ichs lieber gelassen und es nochmal auf die Höfliche probiert: "Man, show me what's in your pocket". In dem Moment kommt seine Freundin, oder wer auch immer die Frau war, und zieht ihm die Pillendose aus der Tasche, woraufhin wir den Kerl springen lassen...

Auf dem Weg zurück zum Appartement, hat sie sich noch tausendmal bedankt und mir irgendwas von Vergewaltigung und Drogendealern erzählt, die hinter ihm her wären, weswegen sie ihn versteckt hält. Naja, solange die nix von mir wollen...

Okay, ich also wieder hoch in unsere Unterkunft, wo ich endlich meine wohlverdiente Suppe schlürfen wollte, als es an der Tür klopft. Dolle Wurst, kommen jetzt die Drogendealer? Ich kaufe nix! Naja, besser abwarten, was sie anzubieten haben.

Tür auf:
Es ist der Typ links von uns, der mich fragt, wo ich denn plötzlich abgeblieben sei. Gerade als ich ihm die selbe Frage stellen wollte, erklärt er mir, dass er am Frontdesk angerufen hätte. Aha, soso...
Ob mit mir alles in Ordnung sei. Er sei übrigens Richard.
Grüß dich! "Nice to meet you". Dann gesellt sich auch der Inder, nennen wir ihn Rachnit, weil ich seinen Namen selbst nach erneutem Nachfragen nicht verstanden hatte, zu uns.
Und zu guter Letzt kommt uns auch noch die Managerin unseres Hotels entgegen, die sich gleich tausendmal entschuldigt. Da stehen wir also, ein illustrer Haufen, zwei Ausländer, ein Schwarzer und ne Managerin...wie der Anfang eines schlechten Witzes :o)

Aber in Wirklichkeit isses ja das Ende eines schlechten Witzes...
Nachdem wir also noch ein bisschen über das Ereignis gefachsimpelt und die Managerin uns angehalten hatte sofort den Frontdesk anzurufen, wenns irgendwelche Probleme gibt, sind wir also alle wieder von Dannen gezogen. Und ich endlich zu meiner wohlverdienten Suppe...

This was awesome...

Finally...
Nico has come back to Dallas Downtown...

It was time to play the game und deshalb standen die Amis auch wieder Schlange. Diesmal vor dem American Airlines Center im Herzen von Dallas.

Schlangestehen, das lieben die Amis

Ich war am Montag nämlich bei der World Wrestling Entertainment Supershow: "So be jealous!"

Ihr denk jetzt sicher: Wie jetzt? Wrestling? Wie kann man nur?!
Ich sag Euch: "It doesn't matter what you think"

Und wenn Ihr jetzt immer noch keine Ahnung habt, was ich hier koche oder Ihr von Wrestling absolut Null versteht...dann hab ich genau zwei Worte für Euch: "Suck it!"

Für Kenner:
Am Montag stand die letzte WWE Raw Ausgabe vor Wrestlemania 25 an, die live aus Dallas auf USA Network übertragen wurde. Außerdem wurden im Vorfeld Matches für ECW und WWE Smackdown aufgezeichnet. Deshalb also der Begriff Supershow. Es waren sozusagen alle Roster der WWE vertreten. Da musste ich natürlich dabei sein. Die Chance hat man nur einmal im Leben. Und was soll ich sagen, obwohl das ganze ein ziemliches Kiddyspektakel war, möchte ich die Erfahrung nicht missen.

Ich bin mittlerweile seit gut und gerne 20 Jahren Wrestlingfan. Ich bin ein sogenannter Smart Mark (Smark), was bedeutet, dass ich sehr wohl weiß, dass Wrestling absolute Show ist und die Kämpfe und Fehden natürlich alle abgesprochen sind. Trotzdem sehe ich dieses Spektakel immer noch gerne, auch wenn der Flair von damals verflogen ist, als ich als kleiner Bub noch alles für bare Münze nahm.
Heutzutage bemesse ich die Inhalte jedoch mit anderen Augen. Für mich zählen die Storylines, die wie in ner Soap aufgezogen sind und ich fühle mich von erstklassigen Matches angesprochen.
Zum Hintergrund des Wrestlings kann ich den kürzlich im Kino angelaufenen The Wrestler mit Mickey Rourke empfehlen, da er das Geschäft wirklich sehr gut aus der Ich-Perspektive des Protagonisten beschreibt.

So jetzt aber genug gefaselt. Zur Supershow:
Ich war mit meinem 22$-Ticket natürlich nicht direkt am Geschehen, sondern musste mich mit einem ziemlich bescheidenen Platz rechts neben dem Titantron (der Riesenbildschirm, der im Hintergrund beim Wrestlereinzug zu sehen ist) zufrieden geben. Als ich die Halle betrat, musste ich erst mal verschnaufen und alles auf mich wirken lassen. Auf den ersten Blick sah das von dort oben alles ziemlich klein aus, war es auch noch verdammt leer.

Halle vor Beginn der Show

Aber sobald die Halle mit über 16000 Zuschauern bis auf den letzten Platz ausverkauft war, bot sie schon einen überwältigender Anblick. Die Stimmung war bombastisch als es dann endlich los ging.

video
Nationalhymne darf natürlich nicht fehlen

Vor allem die Kinder, die wahrscheinlich noch nicht wissen, dass alles nur Show ist, gehen ganz schön ab. Neben mir war ein Brüllhans, der die übelsten Beschimpfungen gegen die Wrestler aufgebracht hat.

Brüllaffe

Tja, und was war ansonsten?
Ich hab die Show genoßen und hab auch schön gegen so manche Faces geschrien. Faces werden die beliebten Wrestler genannt, während Heels die bösen Buben sind. Ich also immer schön aus Spaß für die Heels geschrien und somit die Aufmerksamkeit des Brüllaffen auf mich gelenkt, der gleich umso lauter für seine Favoriten schrie.

Und am Montag hab ich mir nicht zum ersten Mal gewünscht, dass ich ne richtige Kamere dabei gehabt hätte. 80% meiner Handyaufnahmen kann man in die Tonne kicken. Echt schei**...schade.
Aber ein paar sind trotzdem einigermaßen ansehnlich. Mit einer Fotostrecke möchte ich dann auch diesen Tag beenden.

Have a nice day!

Jeff Hardy zeigt seine Swanton Bomb

Einzug des Heartbreak Kid Shawn Michaels

Rest in Peace: The Undertaker

Tolles Finale: Die McMahon Familie und HHH räumen auf!

The best there is, the best there was and the best there ever will be

And that's the bottom line