Samstag, 31. Januar 2009

Lasset die Spiele beginnen

Und dann gings ab zum Rodeo…


…war eigentlich ganz witzig, aber mehr als einmal kann man sich so was nicht reinziehen, außer man gehört zu den Leuten, die rot-grün-blaue Cowboystiefel tragen (über den Hosen natürlich) und wie Vollopfer aussehen. Ich geb’s ja zu, hab mich ein bisschen wie im Allgäu gefühlt, nur dass unsere Bauernjungs Gummistiefel tragen.
Es gab aber kaum etwas, was man nicht schon im Fernsehen gesehen hätte: Disziplinen wie Bull-Riding, Horse-Riding, Calf Roping, Barrel Race... Und selbst den Text vergessen beim Singen der Nationalhymne kannte ich schon von Sarah Connor. Meinen Lachanfall verkniff ich mir aber schnell, als ich gemerkt habe, dass keiner mit mir lachte...keinen Humor, die Jungs hier...

Nach dem Rodeo haben wir dann noch Sarah, Maggie und Katie kennen gelernt, die unsere Abendgestaltung erstmal durcheinander brachten, indem sie uns in einen Schuppen namens PR schleppten, wo der Türsteher derart blind war, dass er selbst von mir ne ID haben wollte. Von Bouncer zu Bouncer hab ich ihn dann beiseite genommen und gefragt: "Man, you don't really need an ID from me, right?". Tja, wollte trotzdem meinen Führerschein sehen. Komm Du mir ins Kade, du Pfeife!
Die drei Damen waren übrigens selbst schon in Deutschland und Sarah (Blonde, rechts im Bild) gab uns auch gleich ihre dabei aufgeschnappten Deutschkenntnisse zum Besten, die größtenteils aus Schweinereien bestanden oder mit Alkohol und/oder Sex zu tun hatten.


Aber das PR ist wirklich eine außergewöhnliche Tanzbar. Dort versammelt sich Jung und Alt zur abwechselnd spielenden Country- und Dance-Music. Während zur Country-Musik von den älteren Semestern die Standard-Tänze zum Besten gegeben werden, reiben sich die jüngeren zur Dance-Musik derart die Leiber aneinander, das selbst Jenna Jameson davon rot werden würde.

Nachdem wir die Mädels aus den Augen verloren hatten, haben wir noch ein paar andere Saloons abgecheckt, bis wir dann so gegen 1 nach Hause fuhren, weil sich meine Erkältung wieder bemerkbar machte...

Kulinarisches

Bis abends um 20 Uhr haben wir dann erst mal die Umgebung gecheckt und schon mal nen Plan ausgeheckt, welche der Bars wir nach dem Rodeo noch aufsuchen wollten.
Das gesamte Areal erinnerte an den wilden Westen, nur dass anstatt den Pferden, nun die Harleys vor den Saloons rumstehen. Und alles ist natürlich für die Touris aufgepimpt. So gibt es unzählige Souvenirläden, Antiquitätengeschäfte und Imbissstände.


Und wie wir so rumlaufen, kommen uns immer wieder Leute mit nem „Beer to go“ entgegen. Und da ich ein großes Baby bin und es gar nicht ertragen kann, wenn jemand etwas hat, was ich nicht habe, musst ich also auch eins haben. In anderen Bundesstaaten isses nämlich nicht mal erlaubt mit Alkohol im Freien rumzulaufen, weswegen wir das natürlich ausnutzen mussten. In ner Seitenstraße hab ich mir also ein Bud Light bestellt, das immerhin besser geschmeckt hat als das normale ein paar Tage zuvor. Und lasst Euch von dem „Light“ nicht in die Irre führen. Light bedeutet nicht, dass kein Alk drin ist (im Gegenteil), es ist einfach kalorienreduziert.
In Fort Worth haben wir dann auch endlich unser erstes richtiges Texas-Steak gefuttert, bevor es dann zum Rodeo ging. War mit 17$ ziemlich teuer, aber wenigstens hatten wir endlich eins.
T-Bone with baked Potato und dazu ein Coors, das ziemlich lecker schmeckt:

Stockyard Rodeo

Auf unserem heutigen Tagesplan stand das urtümlichste Spektakel von Texas:
Rodeo! Genauer: die Stockyard Rodeo Show in Dallas Fort Worth.


Wir sind schon zeitig losgefahren, wollten wir doch das vorhergehende Viehtreiben durch die Straßen noch erleben. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, und so haben wir uns typischerweise verfahren beim Versuch pünktlich anzukommen.

Viktor und ich ergänzen uns orientierungstechnisch ziemlich gut: was der eine nicht findet, findet der andere auch nicht….und prinzipiell sind wir diesbezüglich nie einer Meinung…aber egal, wessen Vorschlag wir schließlich umsetzen: meist ist er falsch! Komischer Zufall, wa?
Über eines sind wir uns aber einig, nämlich dass die Beschilderung in Texas mal unter aller Sau ist. Eigentlich ist sie schlicht und ergreifend nicht vorhandenen!


Das Viehtreiben haben wir zwar verpasst, dafür haben wir ein richtiges Parkplatz-Schnäppchen geschlagen. Während auf den meisten Parkplätzen 5$ pro Tag verlangt wurde, sind wir einfach ein paar Meter weiter gefahren und haben einen für 3$ gefunden. Fader Beigeschmack: Wären wir noch 25 yards weiter gefahren, hätten wir ein großes Schild gesehen: Free Parking…damnit!