Samstag, 7. Februar 2009

Coole Musik - komische Leute ...

Drinnen bot sich uns ein nicht gerade berauschender Anblick.
Die Pinte war noch ziemlich leer, was sich im Laufe des Abends aber noch ändern sollte. Wir also an die Bar, was zu trinken geordert und uns dann frech an den vordersten Tisch direkt vor die Bühne gesetzt. Keine Ahnung, wieso der leer war; haben schon überlegt, ob das vielleicht der Tisch der Band ist, aber unverschämt wie wir sind, hatten wir nun also die beste Aussicht.

Die erste Band - eigentlich eine Ein-Mann-Truppe - war grad noch am Spielen, als wir ankamen. Ein ältlicher Cowboy, der mit verrauchter Stimme seine Country-Style Lieder zum Besten gab. Naja, von Liedern konnte man kaum sprechen. Eigentlich hat er nur Oneliner zu seiner Klampfe geplappert. Arni hatte mit seinem Einzeiler "I'll be back!" in Terminator mehr Text als dieser Cowboy in seinen Lyrics. Aber die Musik war trotzdem klasse. Und ständig hatte er ne Kippe im Mund.
In Texas darf man nämlich in den meisten Bars und Clubs rauchen. Das ist natürlich schlecht für mich. Hätte ich vergangene Woche in Fort Worth schon fast einen Rückfall erlitten, war ich heute froh, gefahren zu sein, so dass mein Alkoholkonsum in Grenzen blieb und das Verlangen nach einer Kippe einigermaßen kontrollierbar.

Nachdem die erste Band fertig war, standen noch zwei Gruppen aus: Shurman ...


... und Goldcure


Und was soll man sagen, die haben richtig gerockt. Man konnte einfach nur mitgehen, bei der Musik. Während das Publikum bei Shurman noch richtig abging, wurde Goldcure gar nicht mehr richtig gewürdigt. Schade eigentlich, aber dem Leadsänger schien das auch egal zu sein.
So klasse die Musik war, so miserabel war wieder mal die Frauen-Quote.
Im LBG konnte selbst ein 2-Fingriger Metzger die hübschen Damen an einer Hand abzählen.

Nightlife

Kaum wieder gesundet, galt es heute weiter das Nachtleben zu erkunden und dafür hatten wir uns einige Bars und Clubs rausgesucht, die wir im Laufe des Abends noch ansteuern wollten. Unser einziger Gegner dabei sollte die Zeit sein...
Das Problem hier in Plano und Dallas ist nämlich, dass die meisten Clubs und Bars schon um 2 Uhr nachts Sperrstunde haben. Wo wir in Deutschland grad mal mit dem Vorglühen fertig sind, schließen hier schon wieder die Schuppen. Traurig aber wahr.

Aber davon lassen wir uns trotzdem nicht abschrecken. Gemäß dem Dogma, lieber ne halbe Party, als gar keine, sind wir also um 9 Uhr abends zur ersten Bar in Dallas losgezogen: Lakewood Bar & Grill (kurz LBG)

Dort sollten heute Abend drei Live-Bands spielen.
Die Fahrt dorthin war schon ein Erlebnis für sich. Unter der Überschrift: "Leichen pflastern meinen Weg" bin ich wie ein richtiger Texaner die Straßen entlanggebrettert und von Fahrspur zu Fahrspur gehoppelt, um das schleichende Pack hinter mir zu lassen. Und wie ich grad wieder am Überholen bin, seh ich keine 10 Meter voraus das Schild zu derjenigen Straße, zu der wir eigentlich wollten. Mir bleibt komischerweise noch genug Zeit, um Viktor mitzuteilen, dass wir da eigentlich abbiegen müssten. Im selben Augenblick reiß ich das Steuer in voller Fahrt nach rechts rüber und schneide den gerade Überholten derart, dass meine Reifen quietschen und das Heck leicht ausbricht. Wie im Fernsehen! Voll geil. :o)

Am Ziel angekommen, überrascht uns das LBG doch glatt mit seiner Größe. Es ist nämlich zumindest von außen noch kleiner als es das Internet vermuten ließ. Und am Eingang dann die nächste Überraschung: Wollen die doch 7$ Cover von uns. Okay, man gönnt sich ja sonst nichts, hol also 20$ raus und will sie dem Nachwuchsbouncer mit seinem Irokesenhaarschnitt grad in die Hand drücken, da fragt er mich, welche Band ich denn sehen will.
Öhm...scheiße...das muss ne Fangfrage sein! Ich bin völlig perplex. Will der etwa für jede der drei Bands 7$ haben? Schweinerei, Abzocke...wollt schon auf dem Absatz kehrt machen, da erklärt er uns aber, dass die Kohle direkt an die favorisierte Band ginge. Ahja: "Divide it!" - Und rein...

Review zu Punisher: War Zone

Freitag Abend waren wir noch in unserem Lieblingskino und haben Punisher: War Zone geschaut. Naja, für 2$ kann man ja eigentlich nichts falsch machen. Eigentlich...


Eines vorweg: Der erste Teil war definitiv besser! Und das heißt schon einiges. War der erste doch schon ziemlich grottig.

Hintergrund:
Frank Castle war ein Cop bis seine Familie bei einem Picknick in einem Park von der Mafia getötet wurde, weil sie Zeugen einer Exekution wurden. Frank schwor daraufhin Rache und wurde zum Punisher, der versucht die Bösen auf eigene Faust auszurotten.

Story des Films:
Frank Castle alias the Punisher ist wieder mal auf seinem Rachefeldzug gegen die Bösewichte. Diesmal legt er sich gleich zu Anfang mit dem Bösewicht Billy „the Beaut“ Russoti an, den er in eine Glaszerkleinerungsmaschine wirft. Billy überlebt schwer entstellt, schwört seinerseits Rache und nennt sich fortan Jigsaw.
Der Punisher, der seinen Rachefeldzug endgültig beenden will, da er bei seiner Jagd auf Billy aus Versehen einen Undercover FBI Agent tötete, sieht sich gezwungen doch noch einmal dem Bösen gegenüber zu treten…

Meinung:
Hört sich doch nach ner Wahnsinnsstory an, oder? *gähn*
Der Film fängt schon komplett überzogen und lächerlich an:
Ein Mafia-Anwesen.
Das erste Auftreten des späteren Jigsaw-Darstellers Dominic West.
Er spielt seine Rolle derart schlecht, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Wie kann man auch einen Engländer einen Italiener spielen lassen?
Dann tritt der Punisher auf. Mord, Totschlag und Splattereffekte bis zum Erbrechen.
Auf jeden noch so kleinen Tötungsakt wird knallhart mit der Kamera draufgehalten, bis der letzte Knochensplitter aus dem Bild geflogen ist. Diese Anhäufung von Splattereffekten hätte man von einem frühen Werk Peter Jacksons erwartet, nicht aber in einer Hollywood Marvel Produktion. Eigentlich ja genau mein Ding!

Was dann aber übel aufstößt ist der Umstand, dass man ab und an versucht die Story in den Mittelpunkt zu drängen, um Franks zerrüttetes Inneres darzustellen. Da wird seine Familie noch mal im Rückblick gezeigt, dann wieder den Punisher spielenden Ray Stevenson, dem man entweder ein paar Tropfen Wasser ins Gesicht gespritzt oder Zwiebeln unter die Nase gehalten hat, damit er Tränen in den Augen hat.
Und warum das? Damit auch der letzte Pazifist in der hintersten Reihe mit ausgestreckten Finger schreit: „Recht hatter! Alle umbringen soller!“
Es wird versucht, eine Rechtfertigung für all die Grausamkeiten, die sich dort abspielen zu finden. Das geht angesichts des überzogenen Gorefaktors aber gründlich daneben.

Entweder ein ethisch hinterfragendes Werk oder eben ein persiflierter Splatterfilm. Beides zugleich geht einfach nicht!
Wenn der Film also rigoros auf der Splatterschiene gefahren wäre, dann hätte ich ihm ja durchaus eine gewisse Absicht zum Slapstick und Klamauk zugesprochen. So verkommt das Werk aber zur unbeabsichtigten Lachnummer im Wert von 22 Mio. US-Dollar, dessen Effekte nur über die nicht vorhandene Handlung und die miserablen Schauspieler hinwegtäuschen sollte.

On the road again

Endlich wieder fit...
gestern wieder mal beim Arbeiten gewesen. Die Leute hier nehmen irgendwie kaum Notiz von einem. Wo in Deutschland wenigstens der ein oder andere fragt, wie's einem geht bzw. wo man war, wird man hier genauso begrüßt (oder halt nicht) wie jeden Tag.
Entweder gibts hier das Wort Neugier nicht, oder die Texaner sind derart eigenbrötlerisch, dass sie ihr Umfeld wirklich nicht interessiert!

Well, on the days that Nico was not at work, we DID speak about him... mostly though it was me making remarks about how he only pretends to be sick during our team meetings on Tuesdays and Thursdays.
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Viktor

Aber irgendwie fehlen hier eh diese aufgeschlossenen Menschen, von denen mir vor meiner Abreise alle erzählt haben. Muss wohl wirklich am Bundesstaat liegen.
Ich hab ja nicht unbedingt damit gerechnet, dass man mal abteilungstechnisch was unternimmt am Wochenende, aber zumindest hätte ich erwartet, dass die Abteilung teilweise geschlossen zum Mittagessen geht. Aber hier? No way!

Man sitzt an seinem Schreibtisch, dreht sich mittags mal kurz um und muss feststellen, dass sich wieder einmal alle klammheimlich verdrückt haben. Und kurz vor Feierabend dann gleich nochmal das Gleiche: Nur selten vernimmt man mal ein seeya oder bye.
Die haben echt den Dreh raus, wie sie ohne viel Aufsehen den Raum/die Firma verlassen. Komische Leuts hier...