Montag, 16. Februar 2009

Please do not touch...

Da wir bei unserem Ausflug ins Dallas Museum of Arts ein Combi-Ticket erstanden hatten, haben wir gestern noch den zweiten Teil unserer Museumstour eingelöst:
Die Besichtigung des Nasher Sculpture Center

Der Name implizierts: dort sind tatsächlich...ja...Skulpturen zu sehen. Darunter auch Werke von weltbekannten Künstlern wie Picasso und Rodin. Natürlich ist die Handycam auch hier wieder heiß gelaufen. Waren schon einige tolle Sachen dabei.
Unter anderem zwei Werke von Jonathan Borofsky, der Riesenskulpturen anfertigt und den ich zu meinem neuen Lieblingskünstler erkoren habe:

Jonathan Borofsky: Walking in the Sky

Wer sich über die Überschrift wundert, die habe ich gewählt, weil ich natürlich nicht die Griffel von der Kunst lassen konnte. Laufe ich also bei folgender Skulptur vorbei...

Mark di Suvero: "For W.B. Yeats"

...und höre mir auf meinem Audio-Guide die dazugehörende Nummer an. Und da wird mir doch tatsächlich erzählt, dass die Skulptur frei bewegliche Teile hat!! Ja, bist narrisch. Wenn das keine Einladung war. Ich also erst ganz unauffällig mit überkreuzten Armen an das Ding rangetreten und es vorsichtig mit dem Daumen angeschubst...
Und sie dreht sich doch: Wie geschmiert fängt das Teil an sich zu drehen.
Und wie ich sehe, dass die Seitenteile auch beweglich sind, werfe ich alle Vorsicht über den Haufen, um zu sehen, wie flexibel es nun wirklich ist. Drück hier rum und dort rum und ...
"Do not touch the sculptures, please!"
Oh Mann, steht doch tatsächlich so ein Spielverderber vom Museum vor mir und fordert mich auf, die Skulpturen nicht anzufassen. Ist ja wie bei ner Sammlung von alten Spielsachen. Wofür wurden diese Dinge hergestellt, wenn man nicht mit ihnen spielen darf?

"Oh, I'm sorry! I didn't know it's not allowed."
Wer's glaubt :D

Davor oder danach aufgenommen?

Sonntag, 15. Februar 2009

Fitness Center, Bücher und Kartenspiele

Tja, mit dieser Überschrift ist mein Samstag auch schon zusammengefasst.
Während ich mich nämlich samstags auf den Weg machte, um ein Fitness Center zu suchen, in dem ich die restlichen zwei Monate trainieren kann, bin ich über einen Half Price Books-Laden gestolpert, aus dem ich gleich gar nicht mehr raus wollte.

Aber von Anfang an:
Samstag Mittag hab ich mich also auf die Suche nach einem Fitness Center begeben und musste mit Graus feststellen, dass die Schweine hier nen armen (fast) jungen Studenten um seine Kohle bringen wollen. Wollen die doch tatsächlich für zwei Monate alle im Schnitt über 70$ von mir haben, wo ich doch nur zwei Mal in der Woche deren Gewichte benutzen will, damit mein Gewicht wegen dem Fast Food hier nicht soweit zunimmt, dass ich ein eigenes Gravitationsfeld aufbaue.
Da nun aber viele Fitnesscenter ne 7-Tage Trial Mitgliedschaft anbieten, werde ich die nächsten Wochen jetzt einfach im Wechsel die Studios "ausprobieren". Clever, nicht?
Wenn die mich verkackeiern wollen, dat kann ich auch. D'oh!

Auf der Rückfahrt von meiner Suchtour stolpere ich dann tatsächlich über einen Half Price Book Store. Dort werden gebrauchte Bücher, CDs, DVDs, Musik/Video-Kassetten und Software angekauft und zum halben Coverpreis oder billiger verkauft. Desweiteren haben diese Läden immer ne Clearance-Ecke, wo die "Ramsch"-Bücher für 1-3$ verscherbelt werden. Coole Sache! Wieso gibts sowas nicht in Deutschland?

Abends haben Viktor und ich dann ne hiesige Bar auserkoren, um den Bauerntölpeln dort mal zu zeigen, wie man richtig Poker spielt. Der Laden heißt Varsity Club und man kann dort mehrmals die Woche 4free an nem Texas Hold'Em Turnier mitmachen. Zu gewinnen gibt es 50$.
Also gut also, die fünfzig Bucks passen gut in meinen Geldbeutel. Deswegen angemeldet, gespielt...

...und als erster mit nem Full House gegen nen Vierling abgefahren. Dolle Wurscht. But I'll be back!

Samstag, 14. Februar 2009

Friday the 13th

Kein Datum ist so mit Aberglauben verbunden wie Freitag der 13. Schwarze Katzen, Leitern, zerbrochene Spiegel. Alles papperlapapp und Hokuspokus, oder ist doch was dran?

Scheißegal!
Gestern war die Premiere des neuen "Friday the 13th", ein Remake des altbekannten Slasher-Stoffes rund um den psychopathischen Jason Voorhees, der dann und wann mal gerne mit ner Machete Teenys meuchelt. Wenn man sich die Jugendlichen von heute so anschaut, kann man den armen Jason geradezu verstehen und würde ihm gern die Machete aus der Hand nehmen, um selbst ein bisschen...öhm...ja, neee...

In letzter Zeit sind Remakes von altbekannten Horrorstreifen ja tierisch angesagt:
Von "The Hill Have Eyes", "Dawn of the Dead" über "Halloween" bis zu "The Last House On The Left", der im März hier in USA in die Kinos kommt, wird alles neu aufbereitet, um dem jüngeren Publikum den Esprit der fast vergessenen Perlen des Horrorgenres näher zu bringen (oder, weil den Filmemachern halt einfach die Ideen ausgehen).
Da lacht natürlich auch das Veteranenherz. Während mich die Neuverfilmung der "Hügel der blutigen Augen" mit seiner überzogenen Gewaltdarstellung schon in seinen Bann gezogen hatte, war ich geradezu gefesselt von Rob Zombies Interpretation der Michael Myers-Reihe. Deshalb war ich natürlich gespannt, was man aus dem genauso betagten Jason Voorhees noch herausholen konnte.
Ich muss zugeben, dass ich nie ein wirklicher Jason-Fan war. Hab im Gegenteil zu den Nightmare on Elm Street Filmen auch nicht jeden Teil gesehen. Aber als richtiger Horrorfan, durft ich den Streifen an seinem Premierentag trotzdem nicht verpassen.

Als Produzent für diesen Flick zeichnet sich Michael Bay verantwortlich, der auch das Remake von Texas Chainsaw Massacre produzierte und 1998 einen der bedeutendsten Filme aller Zeiten auf Zelluloid gebannt hat: Armageddon mit Bruce Willis. Okay haltet mich verrückt, aber ich steh dazu. :-P

Aber zum eigentlichen Film:


Der Plot wird eingeführt mit einem Rückblick auf die Geschehnisse von 1980 und somit auf den ersten Teil, wo Jasons Mutter noch für die Morde verantwortlich war und schließlich ihr Ende durch Kopfabschlagen fand.
Es geht dann ziemlich schnörkellos weiter. Altbekannte Stilmittel werden verwendet, um die Fans in Schrecken zu versetzen. Darunter enervierendes Musikspiel und Passagen, bei denen mit lauten Special Effects der Herzschlag des gespannten Zuschauers um einige Schläge erhöht wird. Der Body Count zieht nach wenigen Minuten mit der Anzahl der Darsteller gleich und man fragt sich nach einer guten viertel Stunde: "What the f***?"
Und dann gehts erst richtig los! Mehr wird vom Plot nicht verraten...

Auch wenn der Film eigentlich nur altbekanntes zeigt, interpretiert er den Slasher-Stoff doch auf seine eigene Art. Jasons Geschichte wird um ein paar Nuancen weiter entwickelt und es wird teilweise abgerückt von den vorangegangenen elf Streifen. Dies tut dem ganzen aber keinen Abbruch, sondern verleiht ihm vielmehr seine eigene Note. Ich bin trotzdem zwiegespalten was die finale Bewertung angeht, da ich, verwöhnt von den bisherigen Remakes, einfach mehr erwartet habe. Aber vielleicht bin ich dazu auch einfach zu wenig Verfechter dieser Slasher-Reihe.
Also sage ich, man kann ihn definitiv einmal ansehen, als wahrer Jason-Fan ist er natürlich absolute Pflicht.

Little known facts:
Die krankhafte Angst vor einem Freitag den 13. nennt man übrigens Paraskavedekatriaphobie...

Donnerstag, 12. Februar 2009

Improve your language by using less words

Ich bin jetzt endlich dahinter gestiegen, wieso ich mir so verdammt herb tue beim Englisch-Sprechen. Am Wortschatz kanns nämlich kaum liegen. Hab wahrscheinlich nen größeren Wortschatz als die meisten Rednecks hier.
Mein großes Problem ist aber, dass ich im Deutschen allzu gerne mit Worten spiele und mit nicht ganz alltäglichen Vokabeln jongliere.
Leider versuche ich hier in Amiland meine schönen Satzkonstruktionen 1:1 ins Englische zu übersetzen, wobei ich natürlich kläglich scheitere, da dazu dann doch mein Englisch-Vokabular einfach nicht ausreichend ist. Deswegen muss ich mir einerseits angewöhnen simplere Wendungen zu verwenden und andererseits nicht erst den Umweg über die Deutsche Sprache zu nehmen, sondern gleich in der Fremdsprache zu formulieren.
Hört sich doch relativ trivial an...


Wenns doch auch nur so spielend in die Praxis umzusetzen wäre.
Man könnte sich fast wünschen ein Einfaltspinsel mit einem Wortschatz von 2000 Worten zu sein. Solche Leute müssen es verdammt einfach haben, eine neue Sprache zu lernen und zu sprechen, müssen sie doch nur genau die 2000 Begrifflichkeiten pauken, womit sie dann wunderbare Eins-zu-Eins-Translationen herbeizaubern können.

Merke: Denke simpel, verwende/verschwende möglichst wenige Worte!

Gestern hab ich das folgendermaßen versucht (es ging um Filesharing - genauer: um Bittorrent):
"The tracker addresses the addresses by addressing them via the address. So the clients address the tracker which addresses the other clients, so they can address eachother without knowing the addresses of eachother."

Man beachte die kunstvolle Verwendung des Wortes "address", dass sich sowohl als Substantiv als auch als Verb missbrauchen lässt. Als Verb lässt es sich natürlich auch substantivieren, womit wir es auch als Gerundium verwenden können. Tolle Sache, was? Ein wundervoller Satz, der aus pretty much wenig Begriffen besteht.
Und das beste ist: Während der semantischen und syntaktischen Norm nahezu perfekt Folge geleistet wird...

...ergibt der Satz mal überhaupt sowas von keinen Sinn!

Dienstag, 10. Februar 2009

Lets twist again...

Sind grad vorhin aus dem Kino zurück gekommen, wo wir Yes Man mit Jim Carrey angeschaut haben (ganz passabel). Aber zum Wesentlichen:
Während in Oklahoma heute schon der erste Tornado gewütet hat, erklangen bei uns in Plano gerade die Warnsirenen. Im Moment stürmt und gewittert es wie Sau. Hagel wurde angesagt, is aber noch nicht zu sehen. Im Fernsehen wurden Tornadowarnungen ausgesprochen. Scheint voll ab zu gehen hier...und wir sind mittendrin statt nur dabei. YEAH!!! Wie würde Arni sagen: "Äktschn" :o)

Ansonsten ging die Woche nämlich noch nicht viel ab.
Gestern bekam ich wieder mal Nachricht vom Helpdesk bezüglich meines Safeword Tokens, das mir ja bekanntlich den Zugang von außerhalb auf unser Alcatel-Netzwerk ermöglichen soll. Und was haben sie mir geschrieben?
Haben mir nen Link zu nem weiteren Anmeldeformular geschickt! Ich dreh noch durch...
Naja...hab ja noch ein paar Wochen hier...

Dafür kam heute endlich mein Datalink-Kabel an, damit ich mein Bugbundle wieder klar Schiff machen konnte. Irgendwie schade - jetzt wo das Ding wieder läuft, hab ich keine Ausrede mehr, wenn ich stundenlang im Internet rumsurfe. Aber schlau wie ich bin, surfe ich natürlich nur auf deutschen Seiten rum, da kann ich wenigstens behaupten, dass es was wichtiges ist. Nur dumm, dass StudiVZ so klickibunt ist und so viele Bilder hat. :-D

Sodele - während ich den Post vollendet habe, hat sich das Wetter auch schon wieder beruhigt. Schade eigentlich. Aber is eh zu dunkel, um gute Fotos zu machen :o)

In diesem Sinne...
"Gute Nacht Amerika, wo immer Sie sind"

Sonntag, 8. Februar 2009

Nachts im Museum

Ja, die Überschrift ist wirklich passend. Um nämlich genug Zeit für die Besichtigung des Dallas Museum of Art zu haben, mussten wir tatsächlich Sonntag Nacht um 10am aufstehen. Geht ja mal gar nicht! Aber Sehenswürdigkeiten in Dallas haben leider meist nur bis spätestens 5pm geöffnet, weswegen man ziemlich früh da sein sollte, damit man auch alles besichtigen kann.
Da is nun wiederum gut, dass die Bars nur bis 2am aufhaben, so hatten wir ja genügend Schlaf, um heute früh aufzustehen. Wir sind dann aber trotzdem erst kurz nach 12 Uhr losgekommen. Aber es sollte dicke reichen...

Die Fahrt verlief im Vergleich zum Vortag verhältnismäßig unspektakulär, dafür gestaltete sich die Parkplatzsuche in Dallas Downtown heute aufwendiger, als noch beim letzten Mal. Da wir aber keine Parkgebühren zahlen wollten wie in Fort Worth, sind wir also ein paar Mal im Kreis gefahren, bis wir endlich ziemlich nah zum Museum einen schönen Parkplatz ergatterten.


Über Kommentare, wofür das "2 Cab Stand" steht, wären wir sehr verbunden, denn das wissen wir bis heute noch nicht richtig einzuordnen.

Da hatten wir also nen perfekten Abstellplatz, während der Touristenpöbel 50m weiter 9$ für nen Parkplatz löhnten. Schön blöd. :)
Vor dem Museum haben wir dann erst mal mit Anubis posiert, damit wir wenigstens etwas von der Tutenchamun-Ausstellung mitbekommen haben. Für diese Austellung hätten wir nämlich rund 30$ zahlen müssen, wozu wir beim besten Willen keinen Bock hatten. Wenn ich vergammeltes Fleisch sehen will, dann gugg ich in den Kühlschrank. Dat is gratis. ;-)


Ups, war ich das etwa???

Das Dallas Museum of Art ist verhältnismäßig klein. Hab mir ehrlich gesagt mehr erwartet. Ich hab trotzdem nen Haufen Fotos gemacht, die ich wohl irgendwann mal im StudiVZ hochladen werde. Hier werd ich nur mal meinen Favourite reinstellen:

Isser nich putzig?

Da sind wir nun also extra so früh aufgestanden und waren dann doch schon eine Stunde vor Schließung mit der Besichtigung fertig. Naja, dafür haben wir ja auch nur 4$ gezahlt. Aber war trotzdem scheee...

Samstag, 7. Februar 2009

Coole Musik - komische Leute ...

Drinnen bot sich uns ein nicht gerade berauschender Anblick.
Die Pinte war noch ziemlich leer, was sich im Laufe des Abends aber noch ändern sollte. Wir also an die Bar, was zu trinken geordert und uns dann frech an den vordersten Tisch direkt vor die Bühne gesetzt. Keine Ahnung, wieso der leer war; haben schon überlegt, ob das vielleicht der Tisch der Band ist, aber unverschämt wie wir sind, hatten wir nun also die beste Aussicht.

Die erste Band - eigentlich eine Ein-Mann-Truppe - war grad noch am Spielen, als wir ankamen. Ein ältlicher Cowboy, der mit verrauchter Stimme seine Country-Style Lieder zum Besten gab. Naja, von Liedern konnte man kaum sprechen. Eigentlich hat er nur Oneliner zu seiner Klampfe geplappert. Arni hatte mit seinem Einzeiler "I'll be back!" in Terminator mehr Text als dieser Cowboy in seinen Lyrics. Aber die Musik war trotzdem klasse. Und ständig hatte er ne Kippe im Mund.
In Texas darf man nämlich in den meisten Bars und Clubs rauchen. Das ist natürlich schlecht für mich. Hätte ich vergangene Woche in Fort Worth schon fast einen Rückfall erlitten, war ich heute froh, gefahren zu sein, so dass mein Alkoholkonsum in Grenzen blieb und das Verlangen nach einer Kippe einigermaßen kontrollierbar.

Nachdem die erste Band fertig war, standen noch zwei Gruppen aus: Shurman ...


... und Goldcure


Und was soll man sagen, die haben richtig gerockt. Man konnte einfach nur mitgehen, bei der Musik. Während das Publikum bei Shurman noch richtig abging, wurde Goldcure gar nicht mehr richtig gewürdigt. Schade eigentlich, aber dem Leadsänger schien das auch egal zu sein.
So klasse die Musik war, so miserabel war wieder mal die Frauen-Quote.
Im LBG konnte selbst ein 2-Fingriger Metzger die hübschen Damen an einer Hand abzählen.

Nightlife

Kaum wieder gesundet, galt es heute weiter das Nachtleben zu erkunden und dafür hatten wir uns einige Bars und Clubs rausgesucht, die wir im Laufe des Abends noch ansteuern wollten. Unser einziger Gegner dabei sollte die Zeit sein...
Das Problem hier in Plano und Dallas ist nämlich, dass die meisten Clubs und Bars schon um 2 Uhr nachts Sperrstunde haben. Wo wir in Deutschland grad mal mit dem Vorglühen fertig sind, schließen hier schon wieder die Schuppen. Traurig aber wahr.

Aber davon lassen wir uns trotzdem nicht abschrecken. Gemäß dem Dogma, lieber ne halbe Party, als gar keine, sind wir also um 9 Uhr abends zur ersten Bar in Dallas losgezogen: Lakewood Bar & Grill (kurz LBG)

Dort sollten heute Abend drei Live-Bands spielen.
Die Fahrt dorthin war schon ein Erlebnis für sich. Unter der Überschrift: "Leichen pflastern meinen Weg" bin ich wie ein richtiger Texaner die Straßen entlanggebrettert und von Fahrspur zu Fahrspur gehoppelt, um das schleichende Pack hinter mir zu lassen. Und wie ich grad wieder am Überholen bin, seh ich keine 10 Meter voraus das Schild zu derjenigen Straße, zu der wir eigentlich wollten. Mir bleibt komischerweise noch genug Zeit, um Viktor mitzuteilen, dass wir da eigentlich abbiegen müssten. Im selben Augenblick reiß ich das Steuer in voller Fahrt nach rechts rüber und schneide den gerade Überholten derart, dass meine Reifen quietschen und das Heck leicht ausbricht. Wie im Fernsehen! Voll geil. :o)

Am Ziel angekommen, überrascht uns das LBG doch glatt mit seiner Größe. Es ist nämlich zumindest von außen noch kleiner als es das Internet vermuten ließ. Und am Eingang dann die nächste Überraschung: Wollen die doch 7$ Cover von uns. Okay, man gönnt sich ja sonst nichts, hol also 20$ raus und will sie dem Nachwuchsbouncer mit seinem Irokesenhaarschnitt grad in die Hand drücken, da fragt er mich, welche Band ich denn sehen will.
Öhm...scheiße...das muss ne Fangfrage sein! Ich bin völlig perplex. Will der etwa für jede der drei Bands 7$ haben? Schweinerei, Abzocke...wollt schon auf dem Absatz kehrt machen, da erklärt er uns aber, dass die Kohle direkt an die favorisierte Band ginge. Ahja: "Divide it!" - Und rein...

Review zu Punisher: War Zone

Freitag Abend waren wir noch in unserem Lieblingskino und haben Punisher: War Zone geschaut. Naja, für 2$ kann man ja eigentlich nichts falsch machen. Eigentlich...


Eines vorweg: Der erste Teil war definitiv besser! Und das heißt schon einiges. War der erste doch schon ziemlich grottig.

Hintergrund:
Frank Castle war ein Cop bis seine Familie bei einem Picknick in einem Park von der Mafia getötet wurde, weil sie Zeugen einer Exekution wurden. Frank schwor daraufhin Rache und wurde zum Punisher, der versucht die Bösen auf eigene Faust auszurotten.

Story des Films:
Frank Castle alias the Punisher ist wieder mal auf seinem Rachefeldzug gegen die Bösewichte. Diesmal legt er sich gleich zu Anfang mit dem Bösewicht Billy „the Beaut“ Russoti an, den er in eine Glaszerkleinerungsmaschine wirft. Billy überlebt schwer entstellt, schwört seinerseits Rache und nennt sich fortan Jigsaw.
Der Punisher, der seinen Rachefeldzug endgültig beenden will, da er bei seiner Jagd auf Billy aus Versehen einen Undercover FBI Agent tötete, sieht sich gezwungen doch noch einmal dem Bösen gegenüber zu treten…

Meinung:
Hört sich doch nach ner Wahnsinnsstory an, oder? *gähn*
Der Film fängt schon komplett überzogen und lächerlich an:
Ein Mafia-Anwesen.
Das erste Auftreten des späteren Jigsaw-Darstellers Dominic West.
Er spielt seine Rolle derart schlecht, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Wie kann man auch einen Engländer einen Italiener spielen lassen?
Dann tritt der Punisher auf. Mord, Totschlag und Splattereffekte bis zum Erbrechen.
Auf jeden noch so kleinen Tötungsakt wird knallhart mit der Kamera draufgehalten, bis der letzte Knochensplitter aus dem Bild geflogen ist. Diese Anhäufung von Splattereffekten hätte man von einem frühen Werk Peter Jacksons erwartet, nicht aber in einer Hollywood Marvel Produktion. Eigentlich ja genau mein Ding!

Was dann aber übel aufstößt ist der Umstand, dass man ab und an versucht die Story in den Mittelpunkt zu drängen, um Franks zerrüttetes Inneres darzustellen. Da wird seine Familie noch mal im Rückblick gezeigt, dann wieder den Punisher spielenden Ray Stevenson, dem man entweder ein paar Tropfen Wasser ins Gesicht gespritzt oder Zwiebeln unter die Nase gehalten hat, damit er Tränen in den Augen hat.
Und warum das? Damit auch der letzte Pazifist in der hintersten Reihe mit ausgestreckten Finger schreit: „Recht hatter! Alle umbringen soller!“
Es wird versucht, eine Rechtfertigung für all die Grausamkeiten, die sich dort abspielen zu finden. Das geht angesichts des überzogenen Gorefaktors aber gründlich daneben.

Entweder ein ethisch hinterfragendes Werk oder eben ein persiflierter Splatterfilm. Beides zugleich geht einfach nicht!
Wenn der Film also rigoros auf der Splatterschiene gefahren wäre, dann hätte ich ihm ja durchaus eine gewisse Absicht zum Slapstick und Klamauk zugesprochen. So verkommt das Werk aber zur unbeabsichtigten Lachnummer im Wert von 22 Mio. US-Dollar, dessen Effekte nur über die nicht vorhandene Handlung und die miserablen Schauspieler hinwegtäuschen sollte.

On the road again

Endlich wieder fit...
gestern wieder mal beim Arbeiten gewesen. Die Leute hier nehmen irgendwie kaum Notiz von einem. Wo in Deutschland wenigstens der ein oder andere fragt, wie's einem geht bzw. wo man war, wird man hier genauso begrüßt (oder halt nicht) wie jeden Tag.
Entweder gibts hier das Wort Neugier nicht, oder die Texaner sind derart eigenbrötlerisch, dass sie ihr Umfeld wirklich nicht interessiert!

Well, on the days that Nico was not at work, we DID speak about him... mostly though it was me making remarks about how he only pretends to be sick during our team meetings on Tuesdays and Thursdays.
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Viktor

Aber irgendwie fehlen hier eh diese aufgeschlossenen Menschen, von denen mir vor meiner Abreise alle erzählt haben. Muss wohl wirklich am Bundesstaat liegen.
Ich hab ja nicht unbedingt damit gerechnet, dass man mal abteilungstechnisch was unternimmt am Wochenende, aber zumindest hätte ich erwartet, dass die Abteilung teilweise geschlossen zum Mittagessen geht. Aber hier? No way!

Man sitzt an seinem Schreibtisch, dreht sich mittags mal kurz um und muss feststellen, dass sich wieder einmal alle klammheimlich verdrückt haben. Und kurz vor Feierabend dann gleich nochmal das Gleiche: Nur selten vernimmt man mal ein seeya oder bye.
Die haben echt den Dreh raus, wie sie ohne viel Aufsehen den Raum/die Firma verlassen. Komische Leuts hier...

Mittwoch, 4. Februar 2009

Grippaler Infekt

Tja, jetzt hats mich endgültig erwischt.
Dienstag Morgen hab ich Schüttelfrost bekommen und ich fühlte mich, als hätte ich nen Truck mit meinem Körper gestoppt. Die letzten zwei Tage hab ich nur das Bett gehütet und mich auskuriert.
Ich war seit rund 15 Jahren nicht mehr richtig krank, dann komm ich nach Texas und mich hauts weg. Hier scheint wirklich alles größer zu sein, selbst die Bazillen. So hab ich mir meinen Urlaub...öhm...Aufenthalt hier nicht vorgestellt... :(

Da nicht viel passiert ist, hier mal zwei Videos von vergangenem Samstag über die regionalen Fahrgewohnheiten.
1. Die HOV-Lane:



2. Geschwindigkeit

Montag, 2. Februar 2009

Neue Arbeitswoche...

Meine Erkältung wird immer schlimmer. Im Geschäft Unmengen an Taschentücher verbraucht, weil meine Nase nur noch läuft und läuft und läuft.
Dafür kam mich Squirry mal wieder besuchen:


Mittags haben wir mal kurzerhand unseren Wagen aufgetankt. Für 20 Dollar den ganzen Tank gefüllt:


Gegen Abends wollt ich dann noch ein letztes Mal ein Kernel-Upgrade meines Bugbundles machen, worauf dieses dann abgestürzt ist. Wie heißt es am Roulette-Tisch so schön: „Rien ne va plus.“ - Nichts geht mehr!
Tja, wo das Ding schon nicht mehr geht, kann ich ja eigentlich nach Hause gehn.

Sonntag, 1. Februar 2009

Super Bowl Evening

Der Tag, auf den alle gewartet hatten: Das Finale der National Football League (NFL) stand an. Es spielten die Pittsburgh Steelers gegen die Arizona Cardinals.


Am Freitag gaben uns unsere Kollegen ja noch einige Tipps mit auf den Weg, wo wir das Spiel anschauen sollten und wir haben uns schlussendlich fürs Bone Daddy’s in der Spring Valley Road entschieden.
Und was das für ne Wahl war! Vergesst die Wahl Barack Obamas zum Präsidenten, dies war die Wahl des Jahrtausends und vergesst, was ich über das Hooters schrieb!

Man wusste sich gar nicht zu entscheiden, ob man nun das Football-Spiel in einem der rund 20 übergroßen LCD-Fernseher über oder das Spiel der weiblichen Reize direkt vor uns genießen sollte. Fantastisch. Bezaubernde Frauen, atemberaubende Beine, sagenhafte Hintern, überwältigende Dekolletes…
Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!

Man war derart abgelenkt, dass man beinahe James Harrisons 100 yard interception return touchdown verpasst hätte. Aber ich hab ihn gesehen. Ich war live dabei!!!
Die Steelers haben schließlich mit 27:23 ihren sechsten Super Bowl gewonnen.

Wer jetzt auf Fotos wartet: Vergesst es! Bin so sehr auf Wolke Sieben geschwebt, dass ich die Welt um mich rum vergessen hab.
Sport + Alkohol + Fastfood + süße Frauen = Primärhirn aus = Sekundärhirn ein

Samstag, 31. Januar 2009

Lasset die Spiele beginnen

Und dann gings ab zum Rodeo…


…war eigentlich ganz witzig, aber mehr als einmal kann man sich so was nicht reinziehen, außer man gehört zu den Leuten, die rot-grün-blaue Cowboystiefel tragen (über den Hosen natürlich) und wie Vollopfer aussehen. Ich geb’s ja zu, hab mich ein bisschen wie im Allgäu gefühlt, nur dass unsere Bauernjungs Gummistiefel tragen.
Es gab aber kaum etwas, was man nicht schon im Fernsehen gesehen hätte: Disziplinen wie Bull-Riding, Horse-Riding, Calf Roping, Barrel Race... Und selbst den Text vergessen beim Singen der Nationalhymne kannte ich schon von Sarah Connor. Meinen Lachanfall verkniff ich mir aber schnell, als ich gemerkt habe, dass keiner mit mir lachte...keinen Humor, die Jungs hier...

Nach dem Rodeo haben wir dann noch Sarah, Maggie und Katie kennen gelernt, die unsere Abendgestaltung erstmal durcheinander brachten, indem sie uns in einen Schuppen namens PR schleppten, wo der Türsteher derart blind war, dass er selbst von mir ne ID haben wollte. Von Bouncer zu Bouncer hab ich ihn dann beiseite genommen und gefragt: "Man, you don't really need an ID from me, right?". Tja, wollte trotzdem meinen Führerschein sehen. Komm Du mir ins Kade, du Pfeife!
Die drei Damen waren übrigens selbst schon in Deutschland und Sarah (Blonde, rechts im Bild) gab uns auch gleich ihre dabei aufgeschnappten Deutschkenntnisse zum Besten, die größtenteils aus Schweinereien bestanden oder mit Alkohol und/oder Sex zu tun hatten.


Aber das PR ist wirklich eine außergewöhnliche Tanzbar. Dort versammelt sich Jung und Alt zur abwechselnd spielenden Country- und Dance-Music. Während zur Country-Musik von den älteren Semestern die Standard-Tänze zum Besten gegeben werden, reiben sich die jüngeren zur Dance-Musik derart die Leiber aneinander, das selbst Jenna Jameson davon rot werden würde.

Nachdem wir die Mädels aus den Augen verloren hatten, haben wir noch ein paar andere Saloons abgecheckt, bis wir dann so gegen 1 nach Hause fuhren, weil sich meine Erkältung wieder bemerkbar machte...

Kulinarisches

Bis abends um 20 Uhr haben wir dann erst mal die Umgebung gecheckt und schon mal nen Plan ausgeheckt, welche der Bars wir nach dem Rodeo noch aufsuchen wollten.
Das gesamte Areal erinnerte an den wilden Westen, nur dass anstatt den Pferden, nun die Harleys vor den Saloons rumstehen. Und alles ist natürlich für die Touris aufgepimpt. So gibt es unzählige Souvenirläden, Antiquitätengeschäfte und Imbissstände.


Und wie wir so rumlaufen, kommen uns immer wieder Leute mit nem „Beer to go“ entgegen. Und da ich ein großes Baby bin und es gar nicht ertragen kann, wenn jemand etwas hat, was ich nicht habe, musst ich also auch eins haben. In anderen Bundesstaaten isses nämlich nicht mal erlaubt mit Alkohol im Freien rumzulaufen, weswegen wir das natürlich ausnutzen mussten. In ner Seitenstraße hab ich mir also ein Bud Light bestellt, das immerhin besser geschmeckt hat als das normale ein paar Tage zuvor. Und lasst Euch von dem „Light“ nicht in die Irre führen. Light bedeutet nicht, dass kein Alk drin ist (im Gegenteil), es ist einfach kalorienreduziert.
In Fort Worth haben wir dann auch endlich unser erstes richtiges Texas-Steak gefuttert, bevor es dann zum Rodeo ging. War mit 17$ ziemlich teuer, aber wenigstens hatten wir endlich eins.
T-Bone with baked Potato und dazu ein Coors, das ziemlich lecker schmeckt:

Stockyard Rodeo

Auf unserem heutigen Tagesplan stand das urtümlichste Spektakel von Texas:
Rodeo! Genauer: die Stockyard Rodeo Show in Dallas Fort Worth.


Wir sind schon zeitig losgefahren, wollten wir doch das vorhergehende Viehtreiben durch die Straßen noch erleben. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, und so haben wir uns typischerweise verfahren beim Versuch pünktlich anzukommen.

Viktor und ich ergänzen uns orientierungstechnisch ziemlich gut: was der eine nicht findet, findet der andere auch nicht….und prinzipiell sind wir diesbezüglich nie einer Meinung…aber egal, wessen Vorschlag wir schließlich umsetzen: meist ist er falsch! Komischer Zufall, wa?
Über eines sind wir uns aber einig, nämlich dass die Beschilderung in Texas mal unter aller Sau ist. Eigentlich ist sie schlicht und ergreifend nicht vorhandenen!


Das Viehtreiben haben wir zwar verpasst, dafür haben wir ein richtiges Parkplatz-Schnäppchen geschlagen. Während auf den meisten Parkplätzen 5$ pro Tag verlangt wurde, sind wir einfach ein paar Meter weiter gefahren und haben einen für 3$ gefunden. Fader Beigeschmack: Wären wir noch 25 yards weiter gefahren, hätten wir ein großes Schild gesehen: Free Parking…damnit!

Freitag, 30. Januar 2009

Dieser Weg...

Ich hab ziemlich schlecht geschlafen. Hab mich am Vortag schon mies gefühlt, weil ich’s beim Sport übertrieben hatte (ne kleine Runde Mitleid wäre jetzt angebracht!).
Dafür ging der Morgen schon geil ab, Viktor is heute gefahren und er hat gleich ne neue Route gefunden...

Viktor: Nah, if this little street, which looks exactly the same as the 5 we just passed, really WERE a highway on-ramp there would be street signs....

Texas Transportation Authority: Omfg, rofl - street signs?! WTF for? You don't know your highway on-ramps by heart, you ain't got no business driving on our Texan roads, y'all!
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edit Viktor



Voll klasse…Einen $ gezahlt, damit wir auf den George Bush fahren durften…ein Spottpreis, manche würden Millionen bezahlen, um über George Bush zu fahren…okay, der Witz ist langsam ausgelutscht. War das letzte Mal, ich schwör!


Dafür haben wir einiges Neues gesehen. Zum Beispiel nen Subway, den wir noch nicht kannten.


Der restliche Tag verging schleppend. Hab mich wirklich nicht gut gefühlt und so richtig produktiv war ich auch nicht. Nunja, als wir um fünf Abends nach Hause aufgebrochen sind, haben noch alle ihr Tipps für kommenden Sonntag Super Bowl zum Besten gegeben: Hooters, Bone Daddy’s, Twin Peaks

Die Homepages sehen ja vielversprechend aus. Aber wer die Wahl hat…

Donnerstag, 29. Januar 2009

Heute Morgen war’s nicht allzu eisig, dafür umso nebliger.


Gegen abends war das Wetter aber wieder einigermaßen passabel, so dass wir zum Joggen gehen konnten und ich mich derart verausgabt habe, dass es sich noch rächen sollte…

Ansonsten ist nicht wirklich viel passiert heute, außer, dass wir Luft an unseren Reifen nachfüllen mussten und dafür 75 Cent bezahlt haben! Kapitalistenschweine – kassieren sogar die Luft ab. Tankstelle: SHELL!!!


Die letzten Tage war viel Schreibarbeit angesagt. Wer kam eigentlich auf die dumme Idee mit dem Blog? Hab ja gar keine Freizeit mehr *g*

Gestern war’s wohl richtig glatt:


Ich war's aber (diesmal) wirklich nicht!

Mittwoch, 28. Januar 2009

Schlaraffenland Texas

Nicht so genau auf die Stimme am Schluß achten, das is wohl grad ne Schwuchtel vorbeigelaufen!


Und so sah das Auto in schöner Auflösung aus, während vom Baum die Eiszapfen fielen:

Wednesday morning - working from home

Immaculately prepared and eager to start our working day we step out of the hotel and make our way to our black Chevrolet Cobalt, discovering it in this sorry state:


Next time the weather channel promises icy rain and dangerous driving conditions we might give them more credence. After hours of valiantly trying to de-ice the car with our bare hands we give up and head back to our room.


Back there an email from our boss Don awaits us: He and the team probably won’t come in to work today either.

Guess we’ll just work from home then.